Mittwoch, 1. April 2020

Fischer-Kolumne Die neue "Anlage Unterhalt"

2. Teil: Wie die Leistungen nachzuweisen sind

Aufgepasst bei Barzahlungen!

Die geleisteten Zahlungen (11) müssen Sie durch Post- oder Bankbelege nachweisen, wobei der Empfänger der Bedürftige sein muss. Werden mehrere Personen in einem Haushalt unterstützt, reicht es, wenn die Zahlungen an eine dieser Personen erfolgt. Die Gebühren für die Überweisungen sind nicht absetzbar.

TV-Abend: Wer alles in einem Haushalt lebt, ist bei der steuerrechtlichen Würdigung von Unterhaltsleistungen nicht unerheblich
DPA
TV-Abend: Wer alles in einem Haushalt lebt, ist bei der steuerrechtlichen Würdigung von Unterhaltsleistungen nicht unerheblich
Barzahlungen prüft das Finanzamt sehr kritisch nach. Sie sollten - wenn irgendmöglich - darauf verzichten, es sei denn, die Zahlung erfolgt anlässlich einer Familienheimfahrt (12). Familienheimfahrten sind ausschließlich Fahrten zum Familienhaushalt im Ausland, wenn dort ein Ehepartner lebt. Anerkannt wird pro Heimfahrt eine Barzahlung in Höhe eines Netto-Monatslohns – maximal vier Netto-Monatslöhne pro Jahr (abzüglich anderer Unterhaltsleistungen). Überschreiten Sie die Höchstgrenze so müssen alle Zahlungen nach den strengen Barzahlungsregeln belegt werden. Sie sollten die Grenze deshalb auf jeden Fall einhalten.

Die Seiten 2 bis 4 der "Anlage Unterhalt" sind identisch und gelten jeweils für eine unterstützte Person. Deshalb folgen hier nur die Zeilenangaben von Seite 2.

Wer Unterhaltsanspruch hat

Nach den allgemeinen Angaben zur unterstützten Person (31+32) erfolgen Angaben, mit denen der Nachweis der Bedürftigkeit erbracht wird.

Zahlungen können nur für Personen anerkannt werden, die Ihnen oder Ihrem Ehepartner gegenüber gesetzliche Unterhaltsansprüche haben (32). Hierzu gehören Kinder, Eltern, Großeltern und Enkelkinder, Mütter eines nichtehelichen Kindes und Lebensgefährten in eingetragener Lebenspartnerschaft. In Deutschland lebende Ausländer können keine Unterhaltszahlungen an Verwandte im Heimatland absetzen. Auch dann nicht, wenn sie zur Unterstützung in ihrem Heimatland gesetzlich verpflichtet sind.

Lebt der Bedürftige im Ausland muss eine Bescheinigung der Heimatbehörde vorgelegt werden (33). Entsprechende zweisprachige Vordrucke finden Sie über die Serviceseite des Bundesfinanzministeriums.

Unterstützen Sie beide Teile eines zusammenlebenden Ehepaars (34) wird der Unterhaltshöchstbetrag verdoppelt (15.360 Euro). Die Einkünfte der unterstützten Personen werden getrennt ermittelt und addiert, um den doppelten Anrechnungsfreibetrag gekürzt (1.248 Euro) und vom Unterhaltshöchstbetrag abgezogen.

Wenn die unterstützte Person im eigenen Haushalt lebt

Lebt die zu unterstützende Person in Ihrem Haushalt (35), wird der Unterhaltshöchstbetrag ohne weitere Nachweise anerkannt – besteht der Anspruch nicht ganzjährig wird der Höchstbetrag entsprechend gekürzt.

Unterstützen Sie Kinder oder Enkelkinder, erkennt das Finanzamt die Leistungen nur an, wenn kein Anspruch auf Kindergeld oder steuerliche Freibeträge für dieses Kind bestehen (36). Dabei spielt es keine Rolle, wer der Empfänger dieser Leistungen ist. Dadurch können Getrenntlebende keine Ansprüche geltend machen. Bei Kindern im Ausland führen vergleichbare Leistungen ebenfalls zum Verlust der Absetzbarkeit.

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