Altersvorsorge Angst vor Altersarmut

Immer mehr Deutsche fürchten sich vor Altersarmut. Doch zugleich sinkt ihre Bereitschaft, mehr Geld in die private Altersvorsorge zu stecken. Staatliche Vorgaben in dieser Frage lehnen sie strikt ab, heißt es in einer Postbank-Studie.

Berlin - Die Mehrheit der Deutschen tut nach eigener Einschätzung nicht genug für die eigene Altersvorsorge. Jeder Sechste befürchtet sogar Altersarmut. Zugleich aber sinkt die Bereitschaft, tatsächlich auch mehr Geld in die private Vorsorge zu stecken. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Postbank-Studie. Das Institut spricht sich dafür aus, die staatlichen Subventionen für freiwillige Sparmodelle zu verstärken.

Eher klein ist demnach das Vertrauen der Deutschen in die Stabilität des staatlichen Rentensystems: Lediglich 9,5 Prozent aller Befragten und 7 Prozent der Berufstätigen bekundeten großes Vertrauen. Gar kein Vertrauen haben laut Postbank-Studie 34 Prozent der Berufstätigen. Bei Frauen (40 Prozent) ist der Vertrauensverlust ausgeprägter als bei Männern mit 30 Prozent.

"Nie war im Verlauf unserer seit 2003 durchgeführten Studien die Sorge der Menschen um ihre Altersversorgung so groß wie gegenwärtig", resümierte Privatkundenvorstand Wolfgang Klein das Ergebnis der Studie am Mittwoch. Im Rahmen der repräsentativen Studie hatte das Allensbacher Institut für Demoskopie im Auftrag der Postbank 2077 Personen befragt.

Mit 44 Prozent halte erstmals eine relative Mehrheit ihre bisherige Altersvorsorge für nicht ausreichend. 39 Prozent antworteten demnach mit "ausreichend", 17 Prozent waren unentschieden. Im Vorjahr war das Verhältnis von "nicht ausreichend" zu "ausreichend" 41 zu 42 Prozent.

Die Hälfte der Bürger will nicht stärker vorsorgen

Schockierend nannte die Postbank Umfrageresultate, wonach die Bereitschaft sinkt, mehr in die Altersvorsorge zu investieren. Demnach planten lediglich 32 Prozent der Deutschen ihre Altersvorsorge zu verstärken, 51 Prozent haben dies nicht vor und 17 Prozent sind noch unentschieden. "Dies ist der niedrigste Wert, den wir je im Laufe unserer Studien seit 2003 ermittelt haben", sagte Klein. "Und das, obwohl die Einsicht in der Bevölkerung noch nie so groß war, durch private Vorsorge mehr tun zu müssen." Zudem investieren die Menschen mit durchschnittlich 198 Euro im Monat rund 50 Euro weniger, als sie selbst für notwendig halten.

Private Zwangsvorsorge lehnen die Menschen ab

Klar abgelehnt werde aber die Einführung einer Pflicht zur privaten Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer, wie die Postbank herausfand. Die Politik wäre aber gut beraten, die Förderung privater Vorsorgemodelle mit staatlichen Subventionen fortzusetzen und auszubauen. Ein eindrucksvoller Beleg für einen solchen Weg sei die so genannte Riester-Rente, deren Beliebtheit stark steige.

Nach der Umfrage der Postbank nimmt die Riester-Rente nach der staatlichen Rente und Immobilien immerhin den dritten Platz in der Liste der als ideal bezeichneten Vorsorgeformen ein. Die Postbahn appellierte an die Politik, schnellst möglich Ersatz für die auslaufende Eigenheimzulage zu schaffen.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen