Freitag, 24. Mai 2019

Bank of America 21 Milliarden Dollar Rekordgewinn

Die Bank of America übertrifft Weltmarktführer Citigroup beim Jahresgewinn. Die Vorzeichen für CEO Kenneth D. Lewis stehen also auf Expansion - und viele aus der Branche sagen, dass eine europäische Bank sein nächstes Übernahmeziel sei.

Charlotte - Die Bank of America Börsen-Chart zeigen, der zweitgrößte amerikanische Finanzdienstleister nach dem weltgrößten Finanzinstitut Citigroup Börsen-Chart zeigen, hat 2006 dank eines überdurchschnittlichen Kreditkarten- und Investmentbanking-Geschäfts und konsequenter Kostenkontrolle den Gewinn kräftig erhöht. Der Kauf der Kreditkartenfirma MBNA für 34 Milliarden Dollar 2006 wirkte sich ebenfalls positiv aus. Hierdurch wurde Bank of America der größte Anbieter von Kreditkarten in den USA und Großbritannien. Die Übernahme war allerdings von massiven Stellenstreichungen begleitet.

Bilanzzahlen weit über dem Durchschnitt: Bank of America (im Bild die Filiale in Shanghai)
Die in Charlotte (North Carolina) ansässige Großbank verdiente 2006 insgesamt 21,1 Milliarden Dollar (16,4 Milliarden Euro). Das waren 28 Prozent mehr als im Vorjahr und ein Rekordwert, der die 19,8 Milliarden Dollar der Citigroup übertrifft. Der Branchenprimus litt zuletzt unter ausufernden Kosten. Als Reaktion auf die explodierenden Verwaltungsaufwendungen wurden mittlerweile mehrere Wechsel im Top-Management angekündigt.

Bei der Bank of America blieben die Kosten hingegen im Quartal unter Kontrolle. So stiegen die Erlöse binnen Jahresfrist um 34 Prozent auf 18,47 Milliarden Dollar. Die Verwaltungsaufwendungen legten hingegen lediglich um 22 Prozent auf 8,85 Milliarden Dollar zu. In den Zahlen enthalten ist auch der gut 34 Milliarden Dollar schwere Kauf von MBNA Anfang 2006, mit dem die Bank of America zum größten Kreditkartenanbieter der USA aufgestiegen ist. In der Folge verdoppelten sich die Umsätze in dem Segment auf 3,72 Milliarden Dollar.

Bilanzsumme steigt um 200 Milliarden Dollar

Die stärksten Zuwächse verbuchte die Bank of America im Bereich Privat- und kleinere Geschäftskunden. Hier legte der Gewinn um 44 Prozent auf 2,53 Milliarden Dolllar zu. Die Sparte Großkonzerne und Investmentbanking steigerte das Ergebnis immerhin noch um knapp ein Viertel auf 1,57 Milliarden Dollar.

Allerdings musste die Bank im Handelsgeschäft auf Quartalsbasis den dritten Rückgang in Folge verbuchen. Die Risikovorsorge kletterte im Vergleich zum Vorquartal um rund ein Drittel auf 1,57 Milliarden Dollar.

Der Gewinn pro Aktie stieg bei der Bank of America auf 4,59 (Vorjahr: 4,04) Dollar, gab die Bank am Dienstag bekannt. Sie kam zum Jahresende auf eine Bilanzsumme von 1,5 (1,3) Billionen Dollar. Der Gewinn im Schlussquartal legte auf 5,3 (3,6) Milliarden Dollar oder 1,16 (0,88) Dollar je Aktie zu. Unter Ausklammerung von Fusions- und Restrukturierungskosten verdiente die Bank of America 1,19 Dollar je Aktie.

Kenneth D. Lewis, Chef der Bankenggruppe, will die Expansion seines Instituts weiter fortsetzen. An der Wall Street wird spekuliert, dass die Bank irgendwann eine große europäische Bank übernehmen könnte.

Konkurrent Wachovia schließt 2006 mit Rekordgewinn ab

Bank-of-America-Konkurrent Wachovia Börsen-Chart zeigen steigerte im Schlussquartal 2006 den Gewinn um 35 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar. In den Zahlen enthalten war erstmals der von Analysten als kostspielig und riskant kritisierte Kauf von Golden West. Er führte dazu, dass das Ergebnis im Segment Privatkunden und kleinere Firmen um fast drei Viertel auf 1,67 Milliarden Dollar kletterte. Das Kreditvolumen im Privatkundengeschäft verdoppelte sich annähernd auf 258,1 Milliarden Dollar. In der kleineren Sparte Investmentbanking steigerte Wachovia den Quartalsgewinn um 27 Prozent auf 531 Millionen Dollar. Im Gesamtjahr verbuchte das ebenfalls in Charlotte ansässige Institut mit einem Gewinnanstieg um 17 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar das beste Ergebnis der Firmengeschichte.

Die Aktie der Bank of America konnte am Dienstag im frühen US-Handel nicht von den Rekordzahlen profitieren und notierte mit 53,24 Dollar um 0,8 Prozent schwächer. Die Wachovia-Papiere legten hingegen um 0,2 Prozent auf 56,40 Dollar zu.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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