Enel Zehn Milliarden Euro von der Börse

Die italienische Regierung plant die weltgrösste Neuemission für dieses Jahr. Der Teilverkauf des Energieversorgers Enel soll bis zu zehn Milliarden Euro in die Staatskasse bringen.

Rom - Ab 25. Oktober will die Regierung in Rom ein Fünftel des staatlichen Energieversorgers Enel an die Börse bringen. Die Aktien sollen für 3,40 bis 4,10 Euro verkauft werden. Der gesamte Unternehmenswert beliefe sich damit auf 41 bis 52 Milliarden Euro.

Enel, der größte Stromversorger Italiens und nach der Electricité de France (EDF) die Nummer zwei in Europa, ist mitten im Umbau. Das Unternehmen erweitert die Geschäftsfelder Telekommunikation, Erdgas und Wasserversorgung. Rund ein Fünftel der etwa 85.000 Beschäftigten sollen entlassen werden. Auch Enel muss sich auf ausländische Konkurrenz am Strommarkt einstellen.

Das Unternehmen bleibt zwar nach dem Börsengang weiter mehrheitlich in Staatsbesitz, sollte aber, so die Regierung, wie jeder andere Versorger bewertet werden. Der staatliche Einfluss dürfte zu einem leichten Kursabschlag führen.

Allerdings ist der Regierung auch daran gelegen, dass diese grosse Privatisierung ein Erfolg wird. Denn mit dem Militärspezialisten Finmeccanica und der Autobahn-Gesellschaft Autostrade sollen noch zwei weitere Grossunternehmen an der Börse teilprivatisiert werden.

Der Börsengang wird ein Konsortium von etwa 20 Banken beschäftigen. Die Leitung übernehmen Merrill Lynch und die italienische Mediobanca. Die Aktie soll in Mailand und in New York gelistet werden - kein Wunder bei dem Emissionsvolumen.