Infineon Im Abwärtsstrudel

Besitzer von Infineon-Aktien brauchen heute starke Nerven. Ihr Investment verliert deutlich an Wert. Dabei hat der deutsche Technologiekonzern nicht einmal selbst für schlechte Nachrichten gesorgt. Infineons Aktienkurs sinkt nicht zuletzt, weil die Papiere eines Weltunternehmens unter Druck geraten sind - in Übersee.

Frankfurt am Main - Die Anteilsscheine von Infineon  stehen heute unter Druck. Wer den Dax-Titel selbst im Depot hat, muss bisher einen Wertverlust seines Investments in Höhe von 3,5 Prozent auf 10,70 Euro je Infineon-Aktie hinnehmen. Damit stehen die Anteilsscheine des Technologiekonzerns heute so schlecht da, wie keine andere Aktie, die in Deutschlands Paradeaktienindex Dax  geführt wird.

Grund für den Kursrutsch ist nach Meinung von HSBC-Analyst Thomas Becker die Börsensituation einer Infineon-Tochter. "Der Kursverlust von Infineons momentanem Profitbringer Qimonda  könnte eine Rolle bei Infineons eigenen Kursverlusten heute spielen", sagte Becker.

Andere Experten glauben, einen weiteren Grund zu kennen: die Kursverluste des Börsenschwergewichtes IBM  in Übersee. Das weltweit führende Computerunternehmen hatte zuletzt die hoch gesteckten Erwartungen der Börsianer auf der anderen Seite des Atlantiks nicht erfüllt.

Die Firma steigerte im vergangenen Jahr zwar ihren Gewinn auf vergleichbarer Basis um 9 Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr. Und dem Management gelang es auch, den Umsatz um 4 Prozent auf 91,4 Milliarden Dollar zu steigern; beides Ergebnisse, die über der Durchschnittsschätzung der Analysten lagen.

Doch New Yorks Aktienhändler hatten in den vergangenen Tagen auf ein noch besseres Ergebnis spekuliert - und damit daneben gelegen. Prompt verlor das IBM-Papier daraufhin gestern im nachbörslichen Handel rund 5 Prozent auf etwa 95 Dollar. Damit kostete die Aktie wieder so viel wie Mitte Dezember vergangenen Jahres. Am Vortag war der IBM-Aktienkurs noch auf 100,90 Dollar gestiegen - das war der höchste Stand seit April 2002.

"Wir hatten zuletzt ein blendendes Quartal und ein gutes Jahr mit Rekorden beim Cashflow, Gewinn und Ausschüttung an die Aktionäre", sagte IBM-Chef Samual Palmisano. "IBM ist gut gerüstet, um die sich bietenden Wachstumschancen in der sich wandelnden IT-Welt zu nutzen."

IBM kaufte im vergangenen Jahr eigene Aktien für rund acht Milliarden Dollar zurück. Damit sank die die Zahl der ausstehenden Aktien im Jahresdurchschnitt auf 1,55 Milliarden Aktien. Ende 2006 befanden sich 1,51 Milliarden Aktien des Unternehmens im Umlauf, die in dem amerikanischen Standardwerteaktienindex Dow Jones Industrial  enthalten sind. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 150 Milliarden Dollar zählt IBM zu den teuersten amerikanischen Unternehmen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters