Börsenschluss Gegenwind aus den USA

Der Dax reagierte empfindlich auf Äußerungen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke, die US-Wirtschaft stehe vor einer Krise - und schloss im Minus. Während MAN-Titel zulegten, mussten vor allem Aktien der Allianz Einbußen hinnehmen.

Frankfurt am Main - Warnungen des amerikanischen Notenbankchefs Ben Bernanke vor einer Finanzkrise in den USA haben die deutschen Aktien am Donnerstag ins Minus gedrückt. Der Leitindex Dax  fiel wieder unter die 6700-Punkte-Marke und schloss mit einem Minus von 0,18 Prozent auf 6689,62 Zähler. Der MDax  schloss unverändert bei 9550,11 Punkten, während der TecDax  gut behauptet mit plus 0,31 Prozent auf 793,27 Zähler aus dem Handel ging.

"Der Markt hat empfindlich darauf reagiert, als Ben Bernanke am Nachmittag von einer Krise im Fiskalsystem gesprochen hat", sagte Postbank-Händler Michael Braun. "Im Grunde hat der US-Notenbankchef nichts Dramatisches gesagt, aber das Wort 'Krise' hat sofort zu panikartigen Verkäufen geführt." Zu einer leichten Erholung am Markt habe etwas später der weiter sinkende Ölpreis beigetragen. Nachdem in den USA ein Anstieg der Rohöl-Lagerbestände bekannt gegeben worden war, sank er unter die Marke von 51 US-Dollar.

Allianz-Aktien  büßten als einer der schwächsten Dax-Werte 1,93 Prozent auf 151,24 Euro ein, nachdem der Versicherer mitgeteilt hatte, er wolle seine Töchter AGF und Allianz Lebensversicherungs-AG komplett übernehmen. Die Transaktionen hätten voraussichtlich ein Volumen von rund 7,5 Milliarden Euro und sollen mit internen Mittel finanziert werden, teilte die Allianz mit.

MAN-Aktien  gewannen nach Absatzzahlen und Übernahmegerüchten 1,60 Prozent auf 74,49 Euro. Börsianer sprachen von erneut aufflackernden Spekulationen, der schwedische Scania-Großaktionär Investor wolle ein Übernahmeangebot für MAN vorlegen. Hintergrund seien Äußerungen des Vorstandschefs von Investor , die die Spekulationen anheizten. Als weiterer Grund für den Kursanstieg wurden die starken Absatzzahlen von 17 Prozent im Jahr 2006 genannt.

In der zweiten Reihe bauten KarstadtQuelle  ihre kräftigen Vortagsgewinne deutlich aus und setzten sich mit plus 5,70 Prozent auf 24,84 Euro an die MDax-Spitze. "Etwas Greifbares gibt es nicht, allerdings waren die Volumina deutlich höher als normal", sagte ein Börsianer. Bereits den zweiten Tag in Folge sei die Karstadt-Aktie sehr gefragt, daher werde am Markt auf größere Zukäufe spekuliert. Im Gespräch seien sowohl die Möglichkeit eines Einstiegs von privaten Beteiligungsgesellschaften als auch weitere Zukäufe durch die Großaktionärin Madeleine Schickedanz.

Merck  fielen nach anfänglichen Kursgewinnen um 1,75 Prozent auf 87,96 Euro. Die vorgelegten Jahreszahlen des Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzerns seien insgesamt positiv ausgefallen. Zwar seien einige Investoren enttäuscht, dass es noch keinen Ausblick auf 2007 gegeben habe und auch nichts zur Dividende gesagt wurde, doch dafür sei es "noch etwas früh", sagte ein Analyst.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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