Pharmaaktie Arzneideal treibt Bayer

Gerüchte über eine Einigung zwischen Bayer und Konkurrent Novartis haben Aktien der Leverkusener am Freitagmorgen an die Dax-Spitze befördert. Die Pharmafirma will die US-Rechte für das Multiple-Sklerose-Mittel Betaferon zurückkaufen.

Frankfurt am Main - Bayer-Aktien  haben sich am Freitag dank einer möglichen Einigung mit Novartis  zum Medikament Betaferon mit kräftigen Gewinnen an die Dax-Spitze gesetzt. Bis zum Mittag kletterten die Titel um 2,9 Prozent auf 43,10 Euro. Der deutsche Leitindex  verharrte gleichzeitig bei 6687 Zählern.

Gemeinsam hätten beide Konzerne bei einem US-Kammergericht im kalifornischen Alameda beantragt, dass eine für den kommenden Dienstag angesetzte Frist aufgeschoben werde, berichtete die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf ein Schreiben der Anwälte am Freitag. Das Verfahren solle bis zum 20. Februar dieses Jahres ausgesetzt werden, um den Abschluss der Einigungsverhandlungen zwischen beiden Unternehmen zu ermöglichen. Beide Firmen hätten einen Kommentar abgelehnt.

Bei dem Streit geht es um die Rechte für das Multiple-Sklerose-Mittel Betaferon, einem der Umsatzträger von Bayer Schering Pharma. Bislang stellt Novartis das Medikament für das Unternehmen für den US-Markt her. Der Rückkauf der Rechte von Novartis könnte der Zeitung zufolge Bayer bis zu 650 Millionen Euro kosten. Bayer habe im Oktober den Verhandlungsdruck auf Novartis mit einer Klage in Alameda erhöht, in der den Schweizern vorgeworfen werde, die geplante Verlagerung der Betaferon-Produktion aus den USA nach Europa zu stören.

"Eine Einigung wäre sicher sehr positiv für Bayer, es kommt aber natürlich auf den Preis an, der an Novartis bezahlt werden müsste", sagte ein Marktteilnehmer. "Alles was zwischen 400 und 600 Millionen Euro liegt, wäre positiv für Bayer zu werten", sagte Analyst Karl-Heinz Scheunemann vom Bankhaus Metzler. Dem stimmten auch einige Händler zu - Betaferon sei immerhin ein Blockbuster und dürfte "einen ordentlichen Betrag in die Kassen spülen". Allerdings sei das Medikament nur noch bis 2010 in den USA und bis 2008 in Europa patentgeschützt - "das ist in dieser Branche kein allzu großer Zeitraum", so ein Händler.

manager-magazin.de mit Material von dpa und rtr