Schlechte Zahlen SAP-Aktien stürzen ab

SAP hat seine Ziele für 2006 verfehlt. Nach geringerem Umsatzwachstum fiel die Aktie am Freitag bereits früh um knapp 9 Prozent und konnte sich davon den ganzen Tag nicht wirklich erholen. Große Investmentbanken stuften den Titel herab. Manche Analysten sehen in der Schwäche jedoch eine Kaufgelegenheit.

Hamburg - Der Softwarehersteller SAP  hat im abgelaufenen Jahr seine selbst gesteckten Wachstumsziele nicht erreicht. Das Walldorfer Unternehmen meldete am Donnerstagabend nach Börsenschluss enttäuschende vorläufige Zahlen.

Demnach stieg der Produktumsatz 2006 um lediglich 11 Prozent auf 6,64 Milliarden Euro, wobei der darin enthaltene Lizenzumsatz um ebenfalls 11 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro kletterte. SAP hatte ursprünglich für den Produktumsatz ein Plus von 13 Prozent bis 15 Prozent und für den Lizenzumsatz einen Zuwachs zwischen 15 Prozent und 17 Prozent in Aussicht gestellt und nach dem dritten Quartal eingeschränkt, dass die Spannen wohl nicht nach oben ausgereizt würden.

Die Aktie brach am Freitagmorgen ein. Im vorbörslichen Handel fiel der Kurs um 8,9 Prozent auf 38,50 Euro. Vormittags erholte er sich leicht, und fiel dann wieder bis 17.00 Uhr auf ein Minus von über 8 Prozent. Schon an der Wall Street waren die Titel am Donnerstagabend um zehn Prozent auf 49 Dollar gefallen. Damit sank der Marktwert des Unternehmens um mehr als fünf Milliarden Euro. Die SAP-Aktien hatten am Vorabend in Frankfurt mit 42,27 Euro geschlossen.

Da SAP aber erst am 24. Januar endgültige Zahlen vorlegen und einen Ausblick auf das laufende Jahr geben will, rätseln Analysten noch, ob die Wachstumsschwäche womöglich das ganze Jahr 2007 prägen wird. Die entscheidende Frage sei, worin die Ursachen für das deutlich nachgelassene Wachstum in den USA liegen, sagte Theo Kitz von Merck Finck & Co.

Möglicherweise hätten lediglich einige Aufträge im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht mehr abgeschlossen werden können. Es sei allerdings auch nicht auszuschließen, dass SAP mit einem allgemein schwächeren Marktumfeld in den USA konfrontiert sei. Dafür spreche, dass die Lizenzumsätze von Konkurrent Oracle  zuletzt ebenfalls enttäuscht hätten.

Nach eigenen Angaben haben die Walldorfer ihren Marktanteil für Unternehmenssoftware um rund 3 Prozentpunkte auf 24,2 Prozent gesteigert. Der niedrige Dollarkurs hat SAP dabei insbesondere im vierten Quartal das Wachstum verhagelt. Im für das Softwarehaus wichtigen Markt Amerika stagnierte der Lizenzumsatz, in den USA legte er nur um 4 Prozent zu. Bei konstanten Wechselkursen hätten hier Zuwachsraten von 18 Prozent zu Buche geschlagen.

Daher bewerten viele Analysten die Aktie von SAP nun deutlich pessimistischer. Goldman Sachs senkte das Kursziel von 49 auf 39 Euro und strich die Aktie von der "Pan Europe Buy List". J.P. Morgan erwartet für 2007 nur noch einen Gewinn je Aktie von 1,70 Euro statt der bisher prognostizierten 1,75 EUR. Crédit Suisse erklärte, noch fehlten Informationen über die Hintergründe der geschäftlichen Entwicklung im vierten Quartal. Die Analysten blieben vorerst bei ihrem Votum "Outperform".

Die Hypovereinsbank sieht in der Kursschwäche sogar eine Kaufgelegenheit. Die Aktie werde auf maximal 35 EUR zurückfallen, womit das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des 2007 zu erwartenden Ergebnisses bei 20 läge - und damit auf dem branchenüblichen Niveau.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dpa und dow jones