Einzelhandel Metro glänzt mit Rekordwachstum

Die Deutschen kaufen wieder. Für den Einzelhandelskonzern Metro kam 2006 ein glänzendes Weihnachtsgeschäft zum schon gewohnten Boom im Ausland hinzu. Ergebnis: der größte Wachstumssprung dieses Jahrzehnts. Auch die von Metro abgespaltene Baumarktkette Praktiker legte deutlich zu.

Hamburg - Die heute vorgestellten vorläufigen Umsatzzahlen des Handelsriesen Metro  können sich sehen lassen. Demnach stieg der Umsatz 2006 um 7,5 Prozent auf rund 60 Milliarden Euro. Wichtigster Wachstumsträger war das Auslandsgeschäft mit einem Umsatzplus von 12,4 Prozent. Doch auch in Deutschland konnte der Konzern nach den Umsatzverlusten der Vormonate wieder Tritt fassen.

Im vierten Quartal steigerte Deutschlands größter Handelskonzern seinen Umsatz auf dem Heimatmarkt um 3,2 Prozent. Im gesamten Jahr legten die Erlöse um bescheidene 0,4 Prozent zu - immerhin, denn 2006 hatte für Metro in Deutschland eher durchwachsen begonnen. In diesen Zahlen sind die neu übernommenen Wal-Mart-Filialen noch nicht enthalten.

"Das Weihnachtsgeschäft verlief alles in allem sehr zufrieden stellend", sagte Metro-Chef Hans-Joachim Körber. Besonders die Elektronikmarktketten Media-Markt und Saturn profitierten vom Ende der Konsumflaute und erzielten in Deutschland die höchsten Zuwächse seit mehr als zwei Jahren. Doch auch der Umsatz der Warenhauskette Galeria Kaufhof lag im vierten Quartal über dem Vorjahresniveau. Die SB-Warenhauskette Real profitierte von der Übernahme der Wal-Mart-Häuser.

Dennoch ist das Auslandsgeschäft für die Metro weiterhin wichtiger als der Heimatmarkt. Dort wuchs der Konzern mit 55 Neueröffnungen und der Übernahme von 19 Géant-Warenhäusern in Polen auch 2006 dynamisch weiter. Der Auslandsanteil am Umsatz erreichte mit 55,9 Prozent einen neuen Höchstwert. Zum Jahresende hatte der Konzern 2048 Filialen in 30 Ländern. Körber bekräftige bei der Bekanntgabe der Umsatzzahlen gleichzeitig die Ergebnisprognose des Konzerns, wonach der Gewinn pro Aktie 2006 um 5 bis 8 Prozent steigen soll. Die Metro-Aktie legte danach zeitweilig um mehr als 3 Prozent zu.

Auch die Baumarktkette Praktiker , die bis zum Herbst 2005 noch zum Metro-Konzern gehört hatte, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ihren Umsatz deutlich gesteigert. Im Vergleich zu 2005 sei der Erlös um 4,2 Prozent auf 3,16 Milliarden Euro gewachsen, teilte das Unternehmen heute im saarländischen Kirkel mit. Im vierten Quartal legte Praktiker um 3,4 Prozent zu. Das Unternehmen wuchs hauptsächlich im Ausland. In der deutschen Baumarkt-Branche herrscht ein harter Wettbewerb, der sich in drastisch fallenden Preisen widerspiegelt.

Das Bundeskartellamt hat unterdessen die Übernahme des Konkurrenten Max Bahr durch Praktiker freigegeben. Praktiker erhielt dabei allerdings die Auflage, insgesamt vier Baumärkte an einen anderen Baumarktbetreiber zu veräußern, wie das Kartellamt am Donnerstag in Bonn berichtete. Praktiker übernimmt bundesweit etwa 80 Bau- und Heimwerkermärkte.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa