Südzucker Ausblick stößt bitter auf

Europas größter Zuckerproduzent Südzucker hat seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert. Der Umsatz hingegen soll stärker steigen als zuletzt angekündigt. Die Aktie reagiert mit Abschlägen.

Mannheim - Wie Südzucker am Donnerstag mitteilte, rechne das Unternehmen damit, dass das operative Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr 2006/07 (bis Ende Februar) unter dem Vorjahreswert von 450 Millionen Euro zurückbleibe. Bei der Halbjahresbilanz vor drei Monaten hatte der Konzern noch ein Plus beim Gewinn vor Steuern und Zinsen prognostiziert.

Bereits im Geschäftsjahr 2005/06 war das operative Ergebnis von 523 Millionen auf 450 Millionen Euro gesunken. Beim Umsatz erwartet Südzucker in diesem Geschäftsjahr eine Zunahme von 6 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Vor drei Monaten wurde ein Umsatzwachstum von 5 Prozent vorausgesagt.

Der Ausblick gefiel den Investoren nicht. Der Kurs der im MDax  notierten Aktie von Südzucker  sank nach der Bekanntgabe der Geschäftszahlen bis Mittag um rund 2,20 Prozent auf 17,61 Euro und war damit schwächster Wert im Index.

Wie der Konzern weiter mitteilte, ist der Umsatz in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres um 8,8 Prozent auf 4,36 Milliarden Euro gestiegen. Im Segment Zucker habe der Umsatz mit 2,74 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau gelegen. Die drastischen Einschränkungen beim Export durch die EU-Kommission wurden laut Südzucker durch die höheren Umsätze in Osteuropa ausgeglichen.

Bioethanol-Geschäft läuft gut

Der Erlös im Geschäftsbereich Spezialitäten sei hingegen um 13,4 Prozent auf 1,03 Milliarden Euro gewachsen. Dieses Plus sei vor allem dem Zuwachs im Bioethanol-Geschäft zu verdanken. Die Bereiche Functional Food und Stärke hätten ebenfalls Umsatzsteigerungen verbucht.

Im Segment Frucht erhöhte der Konzern seinen Umsatz um 209,2 Millionen Euro auf 583,6 Millionen Euro. Das Plus fiel nach Angaben des Konzerns deshalb so groß aus, weil die Atys-Gruppe im Vorjahr lediglich mit sechs Monaten in das Ergebnis einbezogen worden war. Darüber hinaus hätten die Verkaufspreise infolge der gestiegenen Rohstoffkosten erhöht werden können.

manager-magazin.de mit Material von ddp