Bankstudie "Deutsche so reich wie nie"

Auch Dank der Hausse an den Aktienmärkten im vergangenen Jahr ist das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland auf 4,53 Billionen Euro gestiegen. Das Gesamtvermögen dürfte gut doppelt so hoch sein, heißt es in einer Bankstudie.

Berlin - Wegen der positiven Entwicklung der Aktienmärkte ist das Geldvermögen der privaten Haushalte 2006 überdurchschnittlich gestiegen. Das Geldvermögen habe um rund 240 Milliarden Euro auf 4,53 Billionen Euro zugelegt, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Dresdner Bank hervorgeht. Das Plus lag mit knapp 6 Prozent über der langjährigen durchschnittlichen Wachstumsrate von 5,5 Prozent.

"Damit sind die Deutschen so reich wie nie zuvor", sagte die Autorin der Studie, Renate Finke, mit Blick auf das Geldvermögen, zu dem Finanzanlagen der Haushalte zählen. Das Gesamtvermögen, das auch Immobilien und Sachgüter wie Autos oder Bilder mit einschließt, dürfte Finke zufolge im vorigen Jahr bei gut zehn Billionen Euro gelegen haben.

Die Kursgewinne am Aktienmarkt - der Dax  legte 2006 rund 22 Prozent zu - ließen das Vermögen der Anleger klettern. Damit dürften auch die Bewertungsverluste aus den Jahren 2000 bis 2002 durch die Kursgewinne von 2003 bis 2006 ausgeglichen sein, hieß es. Der Zuwachs des Geldvermögens im vergangenen Jahr setze sich zu gut 40 Prozent aus Bewertungsgewinnen und zu knapp 60 Prozent aus neuen Anlagemitteln zusammen.

Anleger bleiben konservativ

Trotz der guten Börsenentwicklung seien die Anleger wie in den Vorjahren vorsichtig, erklärte die Dresdner Bank. "Per saldo investierten die Bundesbürger kaum neu in den Aktienmarkt, sondern nutzten wohl eher die gestiegenen Kurse, um sich von Aktienengagements zu lösen, die sie während der Börsenhausse der Jahrtausendwende eingegangen waren." Der größte Teil der Geldvermögen liege nach wie vor in niedrig rentierenden, dafür aber risikolosen Anlagenformen wie Sicht-, Termin- und Spareinlagen bei Banken.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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