Nyse steigt ein Indiens Börsen öffnen sich

Die New York Stock Exchange (Nyse) und drei weitere ausländische Investoren sind bei der größten indischen Börse eingestiegen. Offenbar bemüht sich auch die Deutsche Börse um eine Beteiligung - und zwar bei der kleineren Bombay Stock Exchange.

Neu-Delhi/New York - Für insgesamt 460 Millionen Dollar halten die vier Investoren nun zusammen 20 Prozent an der National Stock Exchange (NSE) in Indien, wie die Nyse  am Mittwoch in New York mitteilte.

Die Nyse habe wie die anderen Käufer - die Investmentbank Goldman Sachs , die Beteiligungsgesellschaft General Atlantic und ein Fonds der Softbank - 5 Prozent an der NSE erworben und dafür 115 Millionen Dollar bezahlt. Indien verbietet ein größeres Engagement einzelner Investoren. NSE-Chef Ravi Narain sprach in Neu-Delhi von einem "Meilenstein" auf dem Weg seiner Börse, sich im entstehenden globalen Handel einen Platz zu sichern.

Die National Stock Exchange of India (NSE) ist eine relativ junge Börse. Sie wurde Mitte der Neunziger Jahre von indischen Finanzfirmen als elektronischer Marktplatz gegründet und bietet alle Börsendienstleistungen vom Handel bis zu Abrechnung und Abwicklung von Wertpapiergeschäften an. Die NSE ist mit einem durchschnittlichen täglichen Transaktionsvolumen im Wert von zwei Milliarden Dollar (2006) allein im Kassamarkt die größte Börse des indische Subkontinents.

Auch Deutsche Börse offenbar an Einstieg interessiert

Auch die Deutsche Börse  strebt offenbar einen Einstieg in Indien an, und zwar bei der Bombay Stock Exchange (BSE), einem kleineren Rivalen der NSE. Die indische Zeitung "Business Standard" hatte am Wochenende berichtet, die Deutsche Börse, die Londoner LSE , die US-Computerbörse Nasdaq , die Nyse und die Börse Singapur seien bei dem geplanten Verkauf eines 26-prozentigen BSE-Anteils in die engere Bieterauswahl gekommen. Die Deutsche Börse lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht jedoch ab.

Die Bombay Stock Exchange (BSE) wurde 1875 gegründet und bezeichnet sich selbst als älteste Börse Asiens. Ende November 2006 waren an der BSE die Aktien von knapp 4800 Unternehmen gelistet. Neben Dividendenpapieren können an der BSE auch festverzinsliche Wertpapiere und Derivate gehandelt werden.

Die indische Notenbank hatte im November bekannt gegeben, dass ausländische Investoren bis zu 49 Prozent an den Börsen des Landes halten dürfen. Allerdings begrenzte sie Direktinvestitionen auf insgesamt 26 Prozent und das Engagement einzelner Investoren auf jeweils 5 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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