Einkommen Steuern sparen mit dem Chef

Benzingutscheine, Übernahme der Krippenkosten oder der PC für zu Hause: Mit einigen Tricks können Chefs ihren Mitarbeitern das Gehalt erhöhen, ohne dem Fiskus einen Großteil davon in die Kassen zu spülen.

Berlin - Statt einer Gehaltserhöhung kann der Chef bei Familien mit nicht schulpflichtigen Kindern beispielsweise die Gebühren für die Betreuung im Kindergarten oder in der Krippe übernehmen.

Ein Beispiel: Statt das Gehalt wie geplant von 3000 auf 3300 Euro zu erhöhen, übernimmt der Chef die Kindergartenkosten von 300 Euro monatlich. Von den 300 Euro Gehaltserhöhung wären bei Steuerklasse IV mit Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer gerade einmal 126,26 Euro netto übrig geblieben. Der Arbeitgeberzuschuss zum Kindergarten hingegen fließt steuerfrei: Das monatliche Plus auf dem Konto beträgt 173,74 Euro.

Selbst wenn man berücksichtigt, dass die aus eigener Tasche und versteuertem Einkommen gezahlte Kinderbetreuung zu zwei Dritteln absetzbar wäre, bliebe immer noch ein Vorteil von knapp 130 Euro, weil der Kita-Beitrag in diesem Fall nur zu einem Steuernachlass von rund 45 Euro führen würde.

Ein weiterer Trick, um Gehalt legal am Finanzamt vorbei zu zahlen, sind Benzingutscheine. Stellt der Chef solche Gutscheine aus, auf denen genau bezeichnet ist, wofür der Gutschein eingelöst werden kann ("38 Liter Diesel"), dann ist der Gutschein bis zu einem Gegenwert von 44 Euro im Monat steuer- und sozialversicherungsfrei.

Ganz wichtig: Auf dem Gutschein darf kein Euro-Betrag angegeben werden, sonst muss der Betrag versteuert werden. Die Regelung gilt auch bei geringfügiger Beschäftigung, also sogenannte Mini- oder Midijobber. Im Übrigen müssen die 44 Euro nicht auf die Pendlerpauschale angerechnet werden.

Subventioniert ins Internet

Subventioniert ins Internet

Arbeitnehmer können auch einen Zuschuss erhalten, damit sie zu Hause mit dem eigenen PC für den Job ins Internet können. So kann der Arbeitgeber dem Angestellten einen PC schenken oder zu einem günstigeren Preis überlassen. Der daraus resultierende Vorteil ist nur mit 25 Prozent zu versteuern, wobei der Arbeitgeber die Pauschalsteuer übernehmen kann. Außerdem werden auf die Ersparnis keine Sozialabgaben fällig.

Ebenfalls möglich ist ein Zuschuss zu den Kosten und Gebühren, die durch die Nutzung des Internets entstehen. Bis zu 50 Euro im Monat können Arbeitnehmer pauschal ersetzt bekommen und müssen darauf nur eine Steuer von 25 Prozent entrichten, die auch der Chef übernehmen kann. Außerdem sind die 50 Euro ebenfalls sozialversicherungsfrei.

Vergünstigtes Darlehen

Steuerfrei bleiben auch Beihilfen, die ein Arbeitgeber in Krankheits-, Unglücks- und Notfällen zahlt. In der Privatwirtschaft sind die Beihilfen bis zu 600 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei, im öffentlichen Dienst können sie ohne Begrenzung gezahlt werden. Eine weitere Möglichkeit eines steuerfreien Vorteils ist die Gewährung eines Arbeitgeberdarlehens zu vergünstigten Konditionen.

Beträgt das Darlehen weniger als 2600 Euro, ist der Zinsvorteil in voller Höhe steuer- und sozialversicherungsfrei. Beträgt es mehr als 2600 Euro, gilt ein Referenzzins von 5,0 Prozent. Liegt der vom Arbeitgeber gewährte Zins darunter, muss die Differenz versteuert werden. Vor allem bei Konsumentenkrediten kann sich das Geschäft aber dennoch lohnen, denn dort liegt der Marktzins nicht selten bei 7,0 Prozent und mehr.

Oliver Mest, ddp

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