Börsenfusion Nörgelnde Nasdaq

Die US-Börse Nasdaq will seit einiger Zeit die LSE übernehmen, doch die Londoner Börse zieht nicht mit. Nun verschärft sich der Ton. Die Amerikaner nörgeln über die Kosten, die die Briten den Kunden in Rechnung stellen. Die Reaktion der gescholtenen Börsenbetreiber steht noch aus.

London - Die Nasdaq Stock Market hat ihre verbalen Angriffe auf die London Stock Exchange (LSE)  verschärft. Der britische Börsenbetreiber "melke" seine Kunden, und die Kostenreduzierungen in London hätten einen "lächerlichen" Umfang, kritisierte der New Yorker Börsenbetreiber am Montag seinen Wettbewerber, für den er ein Übernahmegebot vorgelegt hat.

Der Tonfall der Nasdaq den Briten gegenüber hat sich damit deutlich verändert. Die Amerikaner hatten ihr Gebot bislang als "freiwillig" statt "feindlich" bezeichnet, offensichtlich um in einen Dialog mit dem Management der London Stock Exchange eintreten zu können.

Nun zeigte sich die Nasdaq jedoch "zutiefst unglücklich" darüber, dass Preiskürzungen bei der LSE ausgeblieben sind. Die Nasdaq kündigte an, falls ihr Gebot für die Londoner von 1.243 Pence je Aktie scheitere, könne sie ihre bereits erworbene LSE-Beteiligung auch wieder verkaufen. Bei einem Scheitern sei mit einem deutlich fallenden Kurs der LSE-Aktien zu rechnen.

Die LSE hatte die Übernahmeofferte der Nasdaq abgelehnt. Das Gebot bewerte den Londoner Börsenbetreiber erheblich zu niedrig, hatte das Unternehmen argumentiert. Nach Darstellung der LSE spiegelt das Nasdaq-Angebot auch die "einzigartige strategische Position" nicht wider, bewerte die zu erwartenden Synergieeffekte zu niedrig und enthalte auch keinen Aufschlag dafür, dass die Amerikaner im Zuge der Transaktion die Kontrolle über die Londoner Börse bekommen.

Am Montag kündigte die Nasdaq nun an, sie könne auch in den direkten Wettbewerb mit der LSE in London treten, sollte das Übernahmeangebot scheitern.

manager-magazin.de mit Material von dow jones

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