US-Konjunktur Arbeitsmarkt überraschend robust

Die US-Wirtschaft hat zuletzt mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet, zudem zogen die Stundenlöhne deutlich an. Damit wächst allerdings auch das Inflationsrisiko - und eine baldige Zinssenkung rückt in weite Ferne.

Washington - Die amerikanische Wirtschaft hat im Dezember mehr neue Stellen geschaffen als erwartet. Die Daten sprechen nach Einschätzung von Volkswirten gegen eine baldige Zinssenkung in den USA. Sowohl der Eurokurs als auch deutsche Staatsanleihen gerieten nach den Daten unter Druck.

Die Zahl der Beschäftigten (ohne Landwirtschaft) sei um 167.000 zum Vormonat gestiegen, teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Volkswirte hatten im Durchschnitt mit 120.000 neuen Stellen gerechnet. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen für die beiden Vormonate wurde um insgesamt 29.000 auf 240.000 nach oben revidiert.

Die Arbeitslosenquote ist im Dezember wie erwartet unverändert geblieben. Die Quote verharrte bei 4,5 Prozent. Volkswirte hatten dies im Durchschnitt erwartet. Die durchschnittlichen Stundenlöhne erhöhten sich um 0,5 Prozent. Hier hatten die Experten mit plus 0,2 Prozent gerechnet.

Der kräftige Anstieg der Stundenlöhne in den USA wird nach Einschätzung der Deka-Bank die Inflationssorgen der US-Notenbank weiter schüren. "Eine Leitzinssenkung in diesem Quartal ist damit vom Tisch", sagte Deka-Bank-Ökonom Rudolf Besch am Freitag. Allerdings gehe der unerwartet kräftige Stellenzuwachs im Dezember auch auf das milde Winterwetter zurück. Ein deutlicher Beschäftigungsrückgang im Bau, der auch wegen der Abschwächung des US-Häusermarkts erwartet worden war, ist ausgeblieben. Die Fed dürfte erst im Mai die Leitzinsen leicht senken.

Der robuste US-Arbeitsmarktbericht spricht auch nach Einschätzung der Commerzbank  für weiterhin unveränderte Leitzinsen. "Die bisher erwartete Zinswende im ersten Quartal dürfte sich nach den zuletzt insgesamt positiven Konjunkturdaten weiter ins Jahr 2007 hinein verschieben", sagte Commerzbank-Volkswirt Patrick Franke am Freitag. Die Arbeitsmarktzahlen zeigten, dass die derzeitige Lage der US-Wirtschaft besser sei als man dies vor einigen Monaten noch erwartet habe.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx