Konjunktur Europas Renaissance

Der alte Kontinent hat seit Jahren nicht mehr so geglänzt, wie derzeit - und es scheint weiter aufwärts zu gehen: Die Wirtschaft in der Eurozone bleibt auf Wachstumskurs, die Arbeitslosigkeit sinkt. Verantwortlich dafür ist nicht zuletzt der Aufschwung in Deutschland.

Brüssel - Das Geschäftsklima in der Eurozone ist im Dezember auf einen Rekordstand gestiegen. Der Geschäftsklimaindex BCI sei von 1,55 Punkten im Vormonat auf 1,60 Punkte geklettert, teilte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mit. Viele Ökonomen hatten zuvor damit gerechnet, dass der viel beachtete europäische Konjunkturindikator wohl nur auf seinem Vormonatsniveau verharren würde.

Zum Vergleich: Weist der Index ein Niveau von Null auf, entspricht das Wirtschaftswachstum in Euro-Land dem langfristigen Durchschnittswachstum der europäischen Industrieproduktion von 2 Prozent. Ein Produktionsrückgang wird angedeutet, wenn der Index unter minus 0,5 Punkte rutscht.

Gute Meldungen hatten Brüssels Statistiker auch für all jene Euro-Bürger, die einen Arbeitsplatz suchen. Die Konkurrenz um die freien Stellen hat zuletzt abgenommen, wenn auch nur knapp. Denn die Arbeitslosenquote in der Eurozone ist im November gesunken.

Die Quote sei von 7,7 Prozent im Vormonat auf 7,6 Prozent zurückgegangen, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat. Damit waren in der Euro-Zone 11,2 Millionen Menschen ohne Arbeit. Verglichen mit dem Vorjahr ist das eine erkennbare Verbesserung. Im November 2005 hatten die Statistiker für die zwölf Euro-Staaten noch eine Arbeitslosenquote von 8,4 Prozent bekannt geben müssen.

Grund für die Verbesserung war nicht zuletzt die gute Arbeitsmarktlage in Estland. Dort fiel die Quote binnen eines Jahres von zuvor 7,4 Prozent auf nunmehr 4,5 Prozent. Zahlenmäßig stark ins Gewicht fiel aber auch die günstige Arbeitsmarkentwicklung in der Bundesrepublik. Denn hierzulande sank die Quote binnen eines Jahres von 9,3 Prozent auf 8 Prozent.

Die Eurostat-Zahlen können wegen unterschiedlicher Berechnungsmethoden von den nationalen Statistiken abweichen, gelten aber als untereinander vergleichbar. Am 1. Januar ist Slowenien als 13. Land der Eurozone beigetreten.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, dpa, reuters und vwd

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