Grenkeleasing Gelungener Schlussspurt

Deutschlands bekanntester Leasingspezialist hat ein kleines Comeback geschafft: Das Geschäft lief für Grenkelaesing im letzten Quartal des Vorjahres so gut, dass in der Jahresabrechnung ein ordentliches Gesamtergebnis herausgekommen ist. Jetzt empfehlen Aktienexperten die Titel des Unternehmens zum Kauf.

Baden-Baden - Der Hard- und Software-Vermieter Grenkeleasing  hat offenbar ein schwieriges Geschäftsjahr hinter sich. Nach Angaben des Unternehmens hielten sich vor allem deutsche Kunden lange Zeit mit Orders zurück, weil die Unternehmen hierzulande die Folgen der Steuerreform für sich nicht einschätzen konnten. Deswegen sei das Neugeschäft hierzulande nur um 5,5 Prozent gewachsen, während die Auslandstöchter ein Plus von 18 Prozent erzielten. Unter dem Strich macht das Auslandsgeschäft des Leasingunternehmens mittlerweile 18 Prozent des Umsatzes aus.

Insgesamt stieg die Summe der Anschaffungskosten neu erworbener Leasing-Gegenstände und Forderungen im Vergleich zum Vorjahr um 9,8 Prozent auf 460 Millionen Euro. Der Deckungsbeitrag des Neugeschäfts sank leicht auf 46,6 Millionen Euro, nach 47 Millionen Euro im Vorjahr Die operative Marge fiel damit auf 10,1 Prozent. In 2005 lag dieser Wert bei 11,2 Prozent.

Deutschlands Anleger überzeugten die Geschäftszahlen des Unternehmens dennoch. Sie orderten so viele Grenkeleasing-Titel, dass der Preis für einen Anteilsschein der Firma im Vergleich zum Vortag um 7 Prozent auf 38,40 Euro stieg. Die Grenkeleasing-Aktien sind Bestandteil des Kleinwerteindexes SDax  der Frankfurter Wertpapierbörse.

"Das Neugeschäft der Firma ist besser als erwartet ausgefallen", sagte Analyst Nils Lesser von Merck Finck. Vor allem im vierten Quartal habe sich Grenkeleasing offenbar berappelt. Lesser empfiehlt Anlegern die Papiere des Unternehmens nun zum Kauf.

Grenkeleasing vermietet vor allem Computer, Kopierer, Drucker und Software. Finanzvorstand Uwe Hack hatte im Oktober gewarnt, dass viele Kunden mit ihren Investitionsentscheidungen abwarteten, da niemand wisse, wie Finanzierungskosten - etwa Leasingraten - künftig steuerlich behandelt werden. "Doch nach den ersten Konkretisierungen der Pläne zur Unternehmenssteuerreform sieht es für unsere Kunden nicht so negativ aus wie befürchtet", sagte eine Sprecherin heute.

Grenkeleasing hatte im Herbst seine Gewinnprognose gesenkt. Für 2006 rechnet das Unternehmen nur noch mit einem Gewinnanstieg um 5 Prozent auf 30,5 Millionen Euro statt eines zweistelligen Ergebnisplusses.

manager-magazin.de mit material von reuters