Freitag, 21. Februar 2020

Alternative Investments Anlageguru warnt vor sich selbst

David Swensen hat alternative Anlagen wie Hedgefonds, Private Equity oder Rohstoffe in Mode gebracht. Mit einem alternativen Portfolio machte der Vermögensmanager der US-Privatuniversität Yale in zwanzig Jahren aus 1,3 Milliarden Dollar 18 Milliarden. Diesen Erfolg möchten viele kopieren - doch Swensen rät Privatanlegern ab.

Hamburg - Hohe Renditen mit geringem Risiko - das ist genau die Geschichte, die Anleger hören wollen. David Swensen hat sie mit seiner Performance als Chief Investment Officer der Universitätsstiftung von Yale geschrieben. Als Wirtschaftsnobelpreisträger James Tobin ihn 1985 auf den Posten holte, war Swensen ein Pionier der alternativen Anlagestrategie. Heute ist alternatives Investment in Mode.

David Swensen: Was für Yale gut ist, ist nicht gut für jeden
Das Prinzip ist eingängig: Die Yale-Stiftung hält nur noch ein Drittel ihres Vermögens in herkömmlichen Anlagen wie Aktien und Renten. Der Rest ist zum Großteil in Hedgefonds und außerbörsliche Beteiligungen, aber auch in Waldgrundstücke, investiert. Im vergangenen Jahr brachte diese Strategie eine Traumrendite von 22,9 Prozent. Selbst im Aktienkrisenjahr 2001 verzeichnete Swensen ein positives Ergebnis. Und sogar im finanziellen Wettbewerb mit der größeren Konkurrenz aus Harvard hat Yale nun die Nase vorn.

Deshalb gilt Swensen jenen als Vorbild, die nach institutionellen Anlegern auch Private für alternative Anlagestrategien begeistern wollen - beispielsweise der Deutschen Bank, die ihren Kunden empfiehlt, den Hedgefondsanteil an ihrem Portfolio zu erhöhen. "Yale ist das Paradebeispiel für den erfolgreichen Einsatz alternativer Investments", lobt die Investmentabteilung für Privatkunden in ihrem Marktausblick für 2007. Die "bestechende Investmentphilosophie" sei "durchaus auch auf Portfolios von Privatanlegern übertragbar".

Doch Swensen selbst behauptet das Gegenteil - publikumswirksam in einem Ratgeber, der jetzt auf Deutsch in die Buchläden kommt. Privatanleger hätten "weder die Zeit noch die Mittel, ihr Portfolio erfolgreich aktiv zu verwalten", heißt es darin. Das Management alternativer Anlagen sei jedoch viel aufwendiger als das von Aktien.

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