Stada Gewinn steigt um 29 Prozent

Stada hat dank eines starken Auslandsgeschäft seinen Gewinn und Umsatz in den ersten neun Monaten 2006 kräftig gesteigert. Der Generikahersteller bestätigte zugleich seine Prognose.

Frankfurt am Main - "Stada wächst unverändert deutlich, trotz teilweise schwierigem lokalen Umfeld, aktuell zum Beispiel in Deutschland", erklärte Konzernchef Hartmut Retzlaff am Dienstag. Bis Ende September steigerte Stada sein operatives Ergebnis um 29 Prozent auf 114,3 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt 113,2 Millionen Euro erwartet. Der um einmalige Sonderposten bereinigte Nettogewinn erhöhte sich um 27 Prozent auf 71,5 Millionen Euro. Der Umsatz lag bei 870,3 Millionen Euro, ein Plus von 18 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Das Unternehmen aus Bad Vilbel bei Frankfurt habe vor allem von seinem Auslandsgeschäft profitiert. Mit knapp 60 Prozent erzielte Stada den Löwenanteil der Erlöse jenseits der Landesgrenzen.

"Jetzt macht sich unsere zunehmende internationale Ausrichtung bezahlt. Der Konzernerfolg ist nicht mehr so stark von einzelnen nationalen Märkten abhängig", sagte Retzlaff. In Deutschland seien die Umsätze in den ersten neun Monaten zwar um neun Prozent auf 351,3 Millionen Euro gestiegen. Im Generikageschäft seien die Erlöse von Juli bis September jedoch um 9 Prozent gefallen. Stada machte dafür vor allem das Gesetz zur Dämpfung der Arzneimittelkosten verantwortlich, das die Generikahersteller im Sommer zu deutlichem Preissenkungen gezwungen hatte. Stada will auf die Folgen der Gesundheitsreform gegebenenfalls mit personellen Enschnitten vor allem bei den deutschen Vetriebsgesellschaften reagieren.

Für das Gesamtjahr erwartet Stada unverändert eine im Verhältnis zum Umsatz überproportionale Ergebnissteigerung. Deutschlands drittgrößter Hersteller von Nachahmermedikamenten ist nach der größten Übernahme der Firmengeschichte weiter auf der Suche nach Zukäufen, vor allem in Osteuropa. Der Konzern hatte erst im Sommer die serbische Pharmagruppe Hemofarm für rund 490 Millionen Euro gekauft. Stada hat nun vor allem Polen, Tschechien und die Türkei im Visier.

manager-magazin.de mit Material von reuters