Heiner Kamps Bäcker geht an die Börse

Mit dem für heute geplanten Börsengang seiner Investmentholding IFRC in London setzt der Düsseldorfer Bäckermeister Heiner Kamps den Grundstein für eine erneute Expansion in der Bäckereibranche. 125 Millionen Euro werde man durch das IPO einnehmen, sagte Kamps.

Düsseldorf - Bis zum Jahr 2009 will Heiner Kamps mit seiner in Zypern beheimateten Holding International Food Retail Capital (IFRC) 1,5 bis zwei Milliarden Euro umsetzen und 150 Millionen Euro bis 200 Millionen Euro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verdienen. Der IFRC-Börsengang am Londoner Marktsegment für Kleinunternehmen AIM brachte 125 Millionen Euro ein. Die Gesellschaft habe 700 Millionen Euro für Übernahmen zur Verfügung.

"Das Unternehmen wird zu 60 bis 70 Prozent aus Bäckereien einschließlich Tiefkühlgeschäft und aus Nordsee bestehen. 50 bis 60 Prozent des Umsatzes wollen wir in Deutschland machen", sagte Kamps dem "Handelsblatt".

Seit 2003 ist Heiner Kamps an der Fischrestaurantkette Nordsee beteiligt. Auf dem Umweg über die IFRC wolle Kamps drei Bäckereiketten in Deutschland und Österreich kaufen, sagte ein Unternehmens-Sprecher bereits im Oktober. Zunächst werde die von Kamps geführte Kapitalgesellschaft die Fischrestaurantkette Nordsee übernehmen. Anschließend sei der Kauf der Bäckereien als Basis für einen neuen Lebensmittelkonzern geplant.

Über die Rückkehr von Kamps ins Bäckereigeschäft war in der Lebensmittelbranche schon bei dessen Einstieg in den Fischhandel spekuliert worden. Nach Angaben des Sprechers plane Kamps den Aufbau eines Lebensmittelkonzerns mit Schwerpunkt im Filialhandel. Allein die Nordsee verfügt über 416 Einzelhandelsgeschäfte und Restaurants vor allem in Deutschland.

Der gelernte Bäcker Kamps hatte in den 80er und 90er Jahren eine beispiellose Karriere im Filialgeschäft durchlaufen. Bis zum Börsengang seiner Kette im Jahr 1998 baute er rund 2000 Niederlassungen auf. Zwei Jahre später verkaufte Kamps seine Großbäckerei für 1,9 Milliarden Euro an den italienischen Lebensmittelkonzern Barilla.

Nun ist Kamps an einer Rückübernahme der gleichnamigen Bäckereikette interessiert. Derzeit gebe es keine Gespräche mit Barilla, sagte Kamps gegenüber dem "Handelsblatt".

"Ich würde aber gerne darüber reden, wenn es auf den Markt käme. Ich fürchte nur, da ist auf der anderen Seite zu viel Emotion im Spiel." Barilla musste wegen Problemen bereits rund ein Drittel des Kaufpreises abschreiben.

manager-magazin.de mit Material von dpa