Deutsch-arabische Konferenz Dax-Fonds, made in Dubai

Rund ein Drittel der im Dax vertretenen Konzerne wirbt derzeit in Dubai um die Gunst der Scheichs, die Millarden in deutsche Konzerne investieren wollen. Auch Airbus könnte profitieren. Mit dem Finanzvorstand des EADS-Mutterkonzerns hat der Chef von Dubais staatlicher Investorengruppe bereits gesprochen.

Dubai - Die Dubai Islamic Bank kommt bei dem Auflegen ihrer nach religiösen Regeln orientierten Milliardenfonds offenbar voran: Die Bank wird nächsten Monat ihre erste Aufnahmerunde für Beteiligungen an den Fonds schließen.

Die arabischen Golfstaaten versuchen seit mehreren Jahren, ihre Gewinne aus dem sprudelnden Ölgeschäft in andere Industriebranchen zu investieren.

"Die Fonds werden Dubai und die Region zu einem sehr wichtigen Partner in der Weltwirtschaft machen", sagte Spencer Abraham, der als ehemaliger US-Energieminister den Energiefonds von Dubai Islamic und der staatlich kontrollierten Dubai World beraten wird.

Die beiden Unternehmen hatten im April bekannt gegeben, insgesamt sieben Fonds auflegen zu wollen, die nach islamischen Regeln rund zehn Milliarden Dollar vor allem in nicht börsennotierte Firmen investieren sollen. Verboten sind dabei Beteiligungen an Firmen, die ihr Geld etwa mit dem Verkauf von Alkohol oder Waffen verdienen.

DaimlerChrysler-Aktie zeigt hinreichend Rendite

"Das Ziel ist, Anlegern eine alternative Form für ihre Investitionen zu bieten", sagte Fonds-Berater Martin Pompadur, der auch Vize-Präsident der Europageschäfte des Medienkonzerns News Corp.  ist. Der von ihm beratene Technologie-, Medien- und Telekommunikationsfonds der Dubai Islamic solle bis zu zwei Milliarden Dollar verwalten.

Finanzinvestoren aus Dubai und anderen arabischen Emiraten erwägen derzeit auch milliardenschwere Beteiligungen an größeren Aktiengesellschaften. Vor diesem Hintergrund bekräftigte der Chef von Dubais staatlicher Investorengruppe DIC, Sameer Al-Ansari unter anderem das Interesse eines von DIC verwalteten Fonds am Einstieg beim kriselnden Airbus-Mutterkonzern EADS . Der geplante Fonds von DIC und seinen arabischen Partnerinvestoren soll auf bis zu 15 Milliarden Dollar aufgestockt werden. Al-Ansari bestätigte, er habe sich am Samstag erstmalig mit EADS-Finanzvorstand Hans Peter Ring getroffen.

Gespräche sollen zudem mit Siemens , Lufthansa , MAN , BASF  und führenden Vertretern weiterer Unternehmen geplant sein. Teilnehmer der Tagung sind laut DIC außerdem, Eon , SAP , RWE  und DaimlerChrysler.

Das Emirat erwäge, seine Beteiligung an DaimlerChrysler  in Höhe von rund zwei Prozent zu verringern, weil der Aktienkurs des Automobilherstellers den Bereich von 45 bis 50 Euro erreicht habe, so Al-Ansari. Damit könne eine hinreichende Rendite erzielt werden. Sollte die DaimlerChrysler-Aktie wieder fallen, sei aber auch eine Aufstockung der Beteiligung denkbar. Zwar habe der Automobilsektor in jüngster Zeit große Schwierigkeiten gehabt, er sehe jedoch Aufwärtspotenzial.

manager-magazin.de mit Material von reuters, vwd