Deutsche Post Aufschwung im Herbst

Die Deutsche Post hat im dritten Quartal Umsatz und Ertrag prozentual zweistellig gesteigert. Trotzdem blieb der Konzern damit leicht unter den Erwartungen von Branchenexperten - und Aktienhändler rechnen heute mit sinkenden Kursen der Post-Anteilsscheine.

Europas bedeutendster Logistikkonzern hat seinen Gewinn im dritten Quartal kräftig gesteigert. Die Deutschen Post  wies für das dritte Quartal ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 1,03 Milliarden Euro aus. Das sind 40 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Das Dax-Unternehmen traf damit nicht nur die Erwartung vieler Analysten, es schaffte auch eine Trendwende. Denn in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres fiel das Betriebsergebnis des Bonner Konzerns noch fast 7 Prozent niedriger aus als vor Jahresfrist.

Finanzvorstand Edgar Ernst hob hervor, dass die Express- sowie die Briefsparte des Konzerns, die im zweiten Quartal mit Ergebnisrückgängen kämpfen mussten, drei Monate später Zuwächse erreichten. Die wichtige Briefsparte steigerte das Ebit um 7,3 Prozent auf 428 Millionen Euro. Die Expresssparte, die zuletzt unter Verlusten in Amerika gelitten hatte, verzeichnete einen operativen Gewinn von 86 Millionen Euro nach einem Verlust von 20 Millionen Euro vor Jahresfrist. "Insgesamt steht das Unternehmen gut da. Und mit Blick auf das traditionell starke Weihnachtsquartal bin ich für die letzten Wochen dieses Jahres sehr zuversichtlich", sagte Ernst.

Unter dem Strich wies die Post einen Nettogewinn von 537 Millionen Euro aus, ein Plus von 30 Prozent im Vergleich zu den Monaten Juli bis September 2005. Hier blieb das Unternehmen jedoch deutlich unter der Analystenerwartung von 610 Millionen Euro. Das gilt auch für den Umsatz, der einen Anstieg von 35 Prozent auf 14,9 Milliarden Euro aufwies. Die Experten hatten auf knapp 15,1 Milliarden getippt.

Grund für das starke Plus ist vor allem die Einbeziehung des internationalen Speziallogistikers Exel, den die Post Ende vorigen Jahres übernommen hatte. Es war mit rund 5 Milliarden Euro der bislang größte Zukauf in der Geschichte des früheren staatlichen Monopolunternehmens gewesen.

Die Post sagte, sie werde ihren Umsatz in diesem Jahr voraussichtlich auf mehr als 60 Milliarden Euro steigern, nach 44,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Das Ebit soll mindestens 3,9 Milliarden Euro erreichen und damit 140 Millionen mehr betragen als 2005. Bis zum Jahr 2009 will die Post diesen Betrag auf mehr als 5 Milliarden Euro steigern.

Aktienhändler rechne damit, dass der Preis für Aktien der Deutschen Post heute sinken wird. Viele Anleger hätten in den vergangenen Wochen mit ihren Post-Titeln gute Geschäfte gemacht, am heutigen Tag würden sie die deshalb wohl verkaufen.

manager-magazin.de mit Material von reuters und vwd