Deutsche Börse Gespräche mit Mailand geplatzt

Die Deutsche Börse hat im Fusionspoker der europäischen Marktbetreiber einen herben Rückschlag erlitten und die Gespräche mit der Borsa Italiana ausgesetzt. Dennoch streben die Frankfurter weiterhin den Zusammenschluss mit der Euronext an.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Börse  hat die Gespräche mit Borsa Italiana über eine enge Verbindung bei der angestrebten Konsolidierung der europäischen Börsenlandschaft ausgesetzt. In einigen wesentlichen Punkten sei kurzfristig keine Einigung mit der in Mailand ansässigen italienischen Börse möglich gewesen, teilten die Frankfurter am Dienstag nach Handelsschluss mit.

Beide Unternehmen hatten zuletzt eine Absichtserklärung unterzeichnet, die als Ziel ein Dreierbündnis mit der von den Deutschen seit Monaten umworbenen Mehrländerbörse Euronext  genannt hatte. Damit hätten die Deutschen den Euronext-Aktionären eine Alternative zur Offerte der New Yorker Börse Nyse  anbieten können.

Die Deutschen und die US-Amerikaner ringen seit Anfang des Jahres um die Gunst der Euronext. Deren Management will den transatlantischen Brückenschlag, sieht sich allerdings Widerstand vom Finanzplatz Paris gegenüber. Die einflussreiche Pariser Finanzlobby Europlace hatte kürzlich keine der beiden Offerten aus Frankfurt oder New York gut geheißen und statt dessen eine Dreierfusion mit der Mailänderbörse als Ausgangspunkt für neue Verhandlungen mit New York gefordert.

Ein Sprecher der Deutschen Börse sagte am Abend in Frankfurt, das Unternehmen wolle ungeachtet der nun geplatzten Kooperation mit den Italienern einen Zusammenschluss mit der Euronext weiterverfolgen. Hintergründe für den Abbruch der Gespräche waren zunächst nicht zu erfahren.

Die Euronext betreibt die Börsen in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon sowie den Londoner Terminmarkt Euronext Liffe. Derzeit liegt das Angebot der Nyse für die Euronext leicht über der deutschen Offerte. Beide sind an die Aktienkurse der beteiligten Unternehmen gekoppelt. Die Deutsche Börse hatte ihr Fusionsvorhaben ungeachtet aller Widerstände kürzlich bei der Europäischen Kommission angemeldet.

manager-magazin.de mit Material von reuters