Münchener Rück/Ergo Gewinne gesteigert

Der Versicherungskonzern Münchener Rück legt seine Zahlen vor - und erfüllt damit die Erwartungen der Analysten voll. Nun fühlt sich das Unternehmen so stark, dass es eigene Aktien zurückkaufen will.

München - Die Münchener Rückversicherung  will nach einem Gewinnzuwachs von rund 45 Prozent im dritten Quartal eigene Aktien zurückkaufen und ihren Aktionären eine höhere Dividende zahlen. Für das Gesamtjahr 2006 hob der gemessen an seinen Prämieneinnahmen weltweit zweitgrößte Rückversicherer am Dienstag sein Gewinnziel an, da er bereits nach neun Monaten seine bisherige Vorgabe erreicht hat.

Analysten werteten in einer ersten Beurteilung das Zahlenwerk als wie erwartet gut. "Die Ergebnisse sind genau wie erwartet und insgesamt sehr gut ausgefallen", sagt Analyst Ralf Dibbern von M.M. Warburg. Auch die Prognoseanhebung sei nicht überraschend gewesen. Angesichts dessen sieht Dibbern keine Veranlassung, die eigenen Gewinnschätzungen anzupassen. Er stuft die Münchener Rück unverändert als "Kauf" ein bei einem Kursziel von 145 Euro. Allerdings sei der Zeitpunkt für den Aktienrückkauf "überraschend früh".

Die Münchener Rück will zwischen dem 8. November 2006 und dem 26. April 2007 eigene Aktien über die Börse erwerben, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Dafür will der Konzern maximal eine Milliarde Euro ohne Nebenkosten aufwenden. Das entspricht auf Basis des Kursniveaus vom 2. November 2006 einem Rückkaufvolumen von knapp 8 Millionen Aktien beziehungsweise 3,4 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft. Nach dem Rückkauf sollen die Aktien eingezogen werden.

"Wir haben erneut ein außerordentlich gutes Quartalsergebnis erwirtschaftet, das unsere Eigenkapitalausstattung weiter erhöht", wird Finanzvorstand Jörg Schneider in einer Mitteilung des Unternehmens zitiert. Die Zwischenbilanz der Münchener Rück sei sehr positiv, "selbst wenn man den ungewöhnlich guten Schadenverlauf und die günstige Börsensituation in Rechnung stellt", sagte Schneider.

Zugleich stellte der Konzern eine höhere Dividende für 2006 in Aussicht. "Aufgrund des ausgezeichneten Geschäftsverlaufs sieht der Vorstand die Möglichkeit, die Dividende erneut anzuheben", teilte der Konzern mit. Für 2005 hat die Münchener Rück 3,10 Euro je Aktie ausgeschüttet. Im Vorjahr waren es 2 Euro.

Optimistischer Ausblick

Das Ziel für 2006, eine Rendite auf das risikoadjustierte Eigenkapital nach Steuern von 15 Prozent, werde 2006 übertroffen, teilte das Unternehmen weiter mit. Nach neun Monaten lag die Quote bereits bei 16,5 Prozent. Nunmehr erwartet die Münchener Rück ein Ergebnis nach Steuern zwischen 3,2 und 3,4 Milliarden Euro, während bislang ein Ergebnis zwischen 2,6 und 2,8 Milliarden Euro angekündigt war.

Im dritten Quartal stieg das Ergebnis nach Steuern und nach Anteilen Dritter um 44,7 Prozent auf 715 Millionen Euro. Im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres waren es noch 494 Millionen Euro. Damit summierte sich das Nachsteuerergebnis nach neun Monaten auf 2,799 Milliarden Euro.

Im Schaden- und Unfall-Geschäft der Rückversicherung, das im Vorjahr vor allem durch die enormen Schäden der Hurrikans an der US-Südküste belastet war, betrug die Schaden-Kosten-Quote im dritten Quartal 92 Prozent - im Vorjahr waren es noch 124,6 Prozent. Je mehr die Quote unter dem Wert von 100 liegt, desto profitabler arbeitet ein Versicherer.

In der Erstversicherung, die von der Ergo Versicherungsgruppe  dominiert wird, verbesserte die Münchener-Rück-Gruppe ihre so genannte Combined Ratio im dritten Quartal überraschend auf 89,1 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 91,3 Prozent. Sie gibt die Relation zwischen Einnahmen, den Prämien, und Aufwendungen, zum Beispiel für Schäden, wieder. Analysten hatte eine Verschlechterung auf 93 Prozent angenommen. Der Quartalsgewinn der Erstversicherung schrumpfte um 8,8 Prozent auf 125 Millionen Euro. Die Bruttobeiträge des Unternehmens sanken um 6,6 Prozent auf 3,851 Milliarden Euro

2007 soll es für den Münchener Konzern weiter aufwärts gehen: Die Münchener Rück rechnet in der 2007 anstehenden Erneuerungsrunde für die Kundenverträge mit einem insgesamt stabilen Preisniveau. Allerdings gebe es keinen einheitlichen Trend, sondern unterschiedliche Entwicklungen in verschiedenen Sparten und Regionen, teilte der weltweit zweitgrößte Rückversicherer am Dienstag mit. So blieben die Preise im Naturkatastrophengeschäft in den USA auf dem hohen Niveau der jüngsten Anpassungen vom Sommer.

manager-magazin.de mit Material von dpa, dow jones und reuters