DaimlerChryler Zetsches Zitterzahlen

Nach der deftigen Gewinnwarnung von DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche blicken Anleger mit Nervosität auf die Zahlen zum dritten Quartal. Bei Chrysler wird ein hoher Verlust erwartet. Das Airbus-Debakel ist noch nicht einmal in der Bilanz.

Stuttgart - Der Autobauer DaimlerChrysler ist nach Einschätzung von Analysten im dritten Quartal wegen der erneuten Probleme bei der US-Tochter Chrysler unter Druck geraten. "Bei Mercedes sieht es wieder ganz gut aus, aber dafür ist jetzt Chrysler die Baustelle", sagte ein Analyst. Die Zahlen von DaimlerChrysler  werden für 12.30 Uhr MEZ erwartet.

Der Konzern hatte wegen der Probleme in den USA Mitte September seine Gewinnprognosen für das laufende Geschäftsjahr gekappt. So soll der operative Gewinn von 5,2 Milliarden Euro im Vorjahr auf rund 5,0 Milliarden Euro sinken.

Bislang war Konzernchef Dieter Zetsche von einer Steigerung auf etwa 6,0 Milliarden Euro ausgegangen.

Rund eine Milliarde Euro Verlust bei US-Sparten

Die von Zetsche vor einigen Jahren mit einem harten Sparkurs sanierte US-Sparte (Chrysler, Jeep, Dodge) wird in diesem Jahr rund eine Milliarde Euro Verlust einfahren. Alleine für das dritte Quartal wird ein Minus von 1,2 Milliarden Euro erwartet.

Chrysler kämpft in den USA mit hohen Händlerbeständen, hohen Gesundheitskosten und hohen Kraftstoffpreisen, die die Verbraucher auf sparsamere Modelle wechseln lassen.

Airbus-Misere noch nicht in der Bilanz

Die Misere beim Flugzeugbauer Airbus dürfte sich in der Bilanz für das dritte Quartal aber noch nicht bemerkbar machen. Der Konzern hält derzeit 22,5 Prozent an der Airbus-Muttergesellschaft EADS, will diesen Anteil aber auf 15 Prozent reduzieren. Der Automobilkonzern DaimlerChrysler erwartet durch die Krise bei EADS ein Minus von mehr als 200 Millionen Euro, wie das manager magazin in seiner neuen Ausgabe berichtet.

Im Schnitt gehen Analysten für das dritte Quartal von einem Umsatzrückgang von 38,155 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf 37,167 Milliarden Euro aus.Der operative Gewinn dürfte von 1,838 Milliarden Euro auf 591,2 Millionen Euro einbrechen.

Hoffnung für Nutzfahrzeuge und Mercedes

Verlust im dritten Quartal möglich

Unterm Strich wird sogar ein leichter Verlust erwartet. Nach einem Gewinn in Höhe von 855 Millionen Euro im Vorjahresquartal rechnen die Analysten im Schnitt mit einem Verlust von 13,4 Millionen Euro. Die Bandbreite der Schätzungen bewegt sich hier allerdings zwischen minus 301 und plus 289 Millionen Euro.

Die einzelnen Sparten schneiden dabei unterschiedlich ab. Während die Mercedes Car Group (Mercedes, Smart, Maybach) unter anderem dank der neuen S-Klasse, und der erneuerten E-Klasse deutliche Fortschritte im Vergleich zum Vorjahr erzielen konnte, brach das Geschäft bei Chrysler deutlich ein. Bei MCG rechnen die Experten mit einem Umsatzanstieg von 12,519 auf durchschnittlich 13,219 Milliarden Euro. Der operative Gewinn soll von 436 auf 737,2 Millionen Euro zulegen. Die Erlöse von Chrysler dürften hingegen von 12,889 auf 10,653 Milliarden Euro sinken.

Zuwachs bei den Nutzfahrzeugen

Das Lastwagengeschäft dürfte sich angesichts der anhaltend lebhaften Nachfrage nach Nutzfahrzeugen erfreulich entwickelt haben. So soll der Umsatz von 7,814 auf 8,343 Milliarden Euro klettern, der operative Gewinn von 354 auf 467,5 Millionen Euro.

Eher durchwachsen wird hingegen das Abschneiden der beiden übrigen Sparten Vans/Busse sowie Financial Services beurteilt. Im Geschäft mit Vans und Bussen werden mit 3,586 Milliarden Euro weitgehend stabile Erlöse (2005: 3,630 Milliarden Euro) erwartet. Operativ dürfte der Gewinn deutlich von 379 auf 241,1 Millionen Euro nachgeben. Im Finanzgeschäft soll der Umsatz leicht von 3,913 auf 4,156 Milliarden Euro steigen. Das operative Ergebnis wird bei 413,5 Millionen Euro gesehen nach 408 Millionen im Vorjahreszeitraum.

manager-magazin.de mit dpa / reuters

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