Google Teurer als IBM

An der Börse ist Google mehr wert als IBM. Die Marktkapitalisierung des Suchmaschinenkonzerns stieg aktuell auf über 150 Milliarden Dollar. IBM dagegen ist "nur" 139 Milliarden Dollar wert. Google ist damit gemessen am Börsenwert eines der teuersten Unternehmen der Welt.

New York - Google-Aktien  stiegen am Montag im Handelsverlauf um 4,6 Prozent auf das Rekordhoch von 480,78 Dollar und notieren damit dank des ausgezeichneten Geschäftsverlaufs weit über ihrem Zwölfmonats-Tief von 331,55 Dollar im März dieses Jahres.

Der Google-Kurs profitierte vor allem von den Gewinnen im dritten Quartal, die nahezu doppelt so hoch ausfielen, wie es Analysten erwartet hatten. Der Überschuss war von 381 auf 733 Millionen Dollar geklettert, der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um mehr als zwei Drittel auf 2,69 Milliarden Dollar gestiegen. Kürzlich kaufte Google für 1,65 Milliarden Dollar das Videoportal YouTube.

Zentrale Einnahmequelle des Unternehmens ist die Online-Werbung. Einen Aktiensplit, um das Papier auch für Kleinanleger attraktiv zu machen, hat Google-Mitbegründer Sergey Brin bisher abgelehnt.

Google liegt gemessen am Gesamtwert seiner Aktien inzwischen deutlich vor dem weltgrößten Chip-Produzenten Intel  (123 Milliarden Dollar) und dem zweitgrößten Computerkonzern Hewlett-Packard  (109 Milliarden Dollar). Google hat aber noch einen weiten Weg, um zum weltgrößten Softwarekonzern Microsoft  (279 Milliarden Dollar) aufzuschließen. Das Unternehmen befindet sich aber in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem führenden Netzwerkausrüster Cisco  (148 Milliarden Dollar).

Seine Internet-Hauptkonkurrenten - den Online-Auktions-Primus Ebay  (45 Milliarden Dollar), den Web-Portal-Betreiber Yahoo  (32 Milliarden Dollar) und den Internet-Einzelhändler Amazon  (14 Milliarden Dollar) - hat Google aber an der Wall Street bereits mehrfach überrundet.

Um eine Vorstellung von der Gesamt-Bewertung der Google-Aktien zu erhalten kann man sich auch den Börsenwert von DaimlerChrysler-Aktien  (54 Milliarden Dollar), General Motors (20 Milliarden Dollar) und Ford  (15 Milliarden Dollar) vor Augen führen. Die Aktien von Google sind damit rund 58 Milliarden Dollar mehr wert als die der drei Autogiganten zusammen.

Der weltgrößte Ölkonzern Exxon Mobil , das wertvollste Unternehmen der Welt, wird momentan mit 416 Milliarden Dollar bewertet. Die Aktien des global führenden Mischkonzerns General Electric  sind insgesamt rund 367 Milliarden Dollar und die des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart  etwa 214 Milliarden Dollar.

Die beiden Google-Firmengründer Sergey Brin und Larry Page liegen mit Vermögen von jeweils rund 14 Milliarden Dollar in der jüngsten Liste der reichsten Amerikaner des US-Wirtschaftsmagazins "Forbes" auf den Plätzen 12 und 13.

Neue Suchmaschine, mehr Profit

Neue Suchmaschine, mehr Profit

Das Google ständig an neuen Ideen bastelt, um Reichweite und Umsatz zu erhöhen, beweist auch das neue Projekte "Custom Search Engine". Die Suchmaschine, die Google ab sofort an jeden Interessierten verteilt, ist ein Toolkit, um eine maßgeschneiderte, auf das Design der "gastgebenden" Webseite zugeschnittene Google-Suche zu ermöglichen.

Google erlaubt dem Nutzer so den Vollzugriff auf seine Suchdatenbank unter Einsatz festgelegter Suchfilter. Einschränken lässt sich die Suche damit sowohl thematisch als auch auf eine festgelegte Auswahl von Webseiten.

Ein Deal, von dem auch Google profitiert, denn der Suchdienst platziert im Gegenzug die bekannten Google-Textanzeigen auf anderen Webseiten - und dieses Konzept dürfte sich vermarkten lassen. Über den Umweg anderer Webseiten soll der Google-Gewinn vergrößert werden - auch zum finanziellen Vorteil der kleinen Partner, denn sie werden per Provision am Erfolg der Google-Ads beteiligt.

Lang dürfte es nicht dauern, bis sich erste handveredelte Google-Suchdienste in bestimmten Themenbereichen profilieren: Die Technik bietet die Chance, die mächtige, aber letztlich dumme Suchmaschinentechnik mit Sachverstand zu verbinden - und so durchsuchbare Qualitäts-Sphären im Netz zu schaffen.

manager-magazin.de mit Material von dpa, ap und reuters

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