Neue Börse SWX und Deutsche Börse gründen Alex

Die Schweizer und die Deutsche Börse führen ihren Handel mit strukturierten Produkten in der gemeinsamen Tochtergesellschaft Alex zusammen. Das Ziel: Alex soll Europas führende Börse in diesem Marktsegment werden.

Frankfurt am Main - Mit der neuen Börse Alex bündeln SWX Group und Deutsche Börse  ab 1. Januar 2007 ihre Kräfte bei den strukturierten Produkten. Das Marktsegment verfüge über ein großes Wachstumspotenzial und schaffe dort einen neuen Marktstandard, teilten die Unternehmen mit.

"Mit Alex weiten wir unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit der SWX aus. Wir haben zum Beispiel die europäische Terminbörse Eurex gemeinsam gegründet", erklärt Walter Allwicher von der Deutschen Börse. Als spezialisierte Börse könne Alex direkter auf die spezifischen Kundenbedürfnisse in diesem Segment eingehen. Die Vorteile der neuen Tochter lägen zudem in der Bündelung von Liquidität über ganz Europa auf einer Handelsplattform mit einem der größten Teilnehmernetzwerke.

Alex wird je eine Börse in der Schweiz und in Deutschland und unter nationaler Regulierung betreiben, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Danach wird Alex in einem ersten Schritt am 1. Januar 2007 Trägergesellschaft einer neuen Börse in der Schweiz, in welche die SWX ihr Geschäft mit Warrants und strukturierten Produkten ausgliedert. Gleichzeitig wird Alex Teilträger des Optionsschein- und Zertifikatehandels an der Börse Frankfurt, über welche die Anbindung europäischer Teilnehmer und Emittenten erfolgen soll.

"An der Börse Frankfurt werden heute rund 110.000 strukturierte Produkte gehandelt. Wir haben vor drei Jahren den Qualitätsstandard Smart Trading eingeführt, der Anlegern beste Preise und schnelle Orderausführung garantiert. Gemeinsam mit der SWX wollen wir jetzt Europas führende Börse in diesem Segment werden", so Allwicher gegenüber manager-magazin.de. Konkrete Umsatzziele wollte er allerdings nicht nennen.

Mit der Gründung der neuen Tochtergesellschaft weiten die Kooperationspartner ihre Zusammenarbeit bei der Terminbörse Eurex aus. Den Vertrag zur Gründung und dem Betrieb einer gemeinsamen Börsenorganisation unterzeichneten die Unternehmen am Montag.

Noch vor dem Start von Alex in Deutschland wird die Börse Frankfurt im November 2006 als erste Börse in Deutschland für den intermediärsbasierten Handel ein halbautomatisches Preisfeststellungsverfahren einführen, teilte das Unternehmen mit.

Der Firmensitz von Alex wird Luxemburg sein. Tochtergesellschaften werden in Deutschland und der Schweiz gegründet. Die zweiköpfige Geschäftsleitung von Alex wird gebildet durch Vorstand Marc Zahn, bislang Marketing- und Verkaufsleiter der SWX Swiss Exchange und der Londoner Blue-Chip-Börse virt-x, und Michael Jung als Finanzchef, bislang Senior Project Manager bei der Deutschen Börse.

Der Vertrag über das Joint Venture Alex und die Gründung der Börsen bedarf allerdings noch der Zustimmung des Aufsichtsrats der Deutschen Börse sowie der Genehmigung der Aufsichtsbehörden und Kontrollorgane in Deutschland und der Schweiz.

manager-magazin.de mit Material von vwd

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