Texas Instruments Billige Handys, schlechte Prognosen

Der Halbleiterhersteller Texas Instruments (TI) hat im dritten Quartal Umsatz und Gewinn gesteigert. Für die nahe Zukunft rechnet der Konzern aber mit einer Belastung der Erlöse. Der Grund: der Hang zum Billighandy.

Dallas - Obwohl die Ankündigung sinkender Erlöse für Analysten nicht unbedingt überraschend kam, verlor die Texas-Instruments-Aktie  im nachbörslichen Handel 3 Prozent auf gut 31 Dollar. Vor Veröffentlichung der Ergebnisse hatte sie an der New Yorker Börse noch deutlich zugelegt.

Vor allem die verstärkte Nachfrage nach billigen Mobiltelefonen belastet das TI-Geschäft. "Die Analysten sind von einen höheren Absatz an hochwertigen Handys ausgegangen, während gleichzeitig mehr Billighandys verkauft wurden als erwartet", erklärte Finanzchef Kevin March. Billig-Handys werden vor allem in den Boom-Märkten China und Indien nachgefragt. TI profitiert besonders von einem steigenden Verkauf teurer Handys, will dort hochwertige und margenstarke Chips verbaut werden, die das Unternehmen herstellt.

"Im vierten Quartal wird sich die Nachfrage nach billigen Mobiltelefonen weiter verstärken", sagte March. Das sei Auslöser für den pessimistischen Ausblick gewesen. In der Regel werden die meisten Mobiltelefone im vierten Quartal zum Weihnachtsgeschäft verkauft. Nach Ansicht von March ist die schwächere Nachfrage nach Telefonen mit schnellen Internetverbindungen kein Anzeichen für eine Trendwende, sondern lediglich eine Pause.

In der vergangenen Woche hatte der größte TI-Kunde Nokia  eine höhere Nachfrage nach billigen Mobiltelefonen und sinkende Preise gemeldet. Auch der US-Handyhersteller Motorola  verkaufte weniger teure Handys und steigerte seinen Umsatz langsamer als erwartet.

Zugleich rechnet Vorstandschef Richard Templeton im laufenden Quartal mit weiter rückläufigen Aufträgen. Kunden hätten ihre Lager gefüllt und gingen aufgrund der verbesserten Produktqualität von einer längeren Lebensdauer aus, hieß es zur Begründung. Texas Instruments reagiert auf den Auftragsrückgang mit einem Zurückfahren der Neueinstellungen und der allgemeinen Kosten.

Im zweiten Quartal hatte TI von einer besonders großen Nachfrage nach Prozessoren profitiert, die Handys mit Video- und Datendiensten steuern. Das Unternehmen verkauft Chips für eine breite Palette von Elektro-Geräten und Taschenrechnern über Handys bis hin zu Flachbildschirm-Fernsehern.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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