Börsenschluss Hauchdünnes Pluszeichen

Nach den Tagen des Dax-Gipfelsturms ebbte die Handelsaktivität am Freitag ab. Kursgewinner waren ThyssenKrupp und MAN. In den USA profitierten Google, spekuliert wird auf eine Übernahme der Website Youtube für 1,6 Milliarden Dollar. Ein Dämpfer an der Wall Street waren die Arbeitsmarktdaten.

Frankfurt am Main - Nachdem die vergangenen Tage ganz im Zeichen der Gipfelhatz des Dax  standen, kehrte heute Ruhe an den Börsen Deutschlands ein. Die US-Arbeitsmarktdaten wurden mit Verunsicherung aufgenommen - der Dax geriet ins Schwanken und ging nach einigem Auf und Ab mit einem Plus von 0,17 Prozent 6085,82 Zähler aus dem Handel - im Wochenvergleich war das ein Plus von 1,35 Prozent. Der MDax  gab dagegen um 0,48 Prozent auf 8544,78 Zähler nach. Der TecDax  verlor 1,33 Prozent auf 652,60 Punkte.

Aktien der Deutschen Telekom drehten im Laufe der Sitzung ins Plus und schlossen 0,08 Prozent höher bei 12,63 Euro. Damit erholten sie sich von ihrem Tagestief bei 12,47 Euro. Aktienhändler spekulierten, der Ex-Monopolist könnte am Kauf seines britischen Konkurrenten BT Group interessiert sein. Im Verlauf des Handelstages bestätigte die Telekom dann ihre Gerschäftsprognose für das laufenden und das kommende Geschäftsjahr. Zudem sagten Sprecher der Gesellschaft, die Telekom wolle ihre Kundenzahl in den USA deutlich erhöhen. Der Kurs der T-Aktie reagierte darauf allerdings nicht mehr.

ThyssenKrupp  gewannen 2,50 Prozent auf 27,86 Euro. Marktteilnehmer verwiesen auf anhaltende Spekulationen um die Zukaufpläne des indischen Stahlanbieters Tata Steel. In der Branche wird aber auch über weitere mögliche Fusionen und Firmenkäufe spekuliert.

MAN macht Vortagsverlust teilweise wett

MAN -Titel waren mit plus 2,76 Prozent auf 67,82 Euro Spitzenreiter im Dax. Das Münchner Unternehmen hatte am Vortag noch 3,6 Prozent eingebüßt. Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern hat dem schwedischen Lkw-Bauer Scania  freundschaftliche Verhandlungen über die angestrebte Übernahme angeboten. Die Schweden reagierten allerdings abweisend.

Der EuroStoxx  schloss mit plus 0,01 Prozent auf 3940,31 Punkte nahezu unverändert. Die Pariser Börse und der Aktienmarkt in London beendeten den Handel mit leichten Kursabschlägen. In New York notierte der US-Leitindex Dow Jones  zum Börsenschluss in Europa knapp behauptet.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs des Euro auf 1,2664 (1,2721) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7896 (0,7861) Euro.

Schwache US-Arbeitsmarktdaten

Schwache Arbeitsmarktzahlen aus den USA

"Die Anleger haben sich erstmal vom Markt zurückgezogen", sagte Heino Ruland vom Wertpapierhandelshaus Steubing AG. Vor den Feiertagen am Montag in den USA und Japan sowie dem Start der US-Berichtssaison kommende Woche habe sich kaum jemand neu positioniert und der Markt sei in Lethargie verfallen.

Die Arbeitsmarktzahlen aus den USA seien zwar auf den ersten Blick schlecht ausgefallen, angesichts der Revision einiger Vormonatszahlen habe sich aber kaum eine Überraschung ergeben. Positiv sei der geringer als erwartet ausgefallene Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne.

Andere Analysten werteten den schwachen Anstieg der Arbeitsplätze im September als Anzeichen dafür, dass sich die US-Konjunktur abkühlen könnte. Dadurch kamen vor allem Aktien besonders konjunkturabhängiger Unternehmen wie des Baumaschinenherstellers Caterpillar  unter die Räder.

Zudem büßten General Motors  ein, nachdem sich Hauptaktionär Kirk Kerkorian gegen eine Aufstockung seines Anteils entschieden hatte. Gegen den Trend legten die Aktien von Google  zu, die offenbar von einem Zeitungsbericht über eine Übernahme der beliebten Video-Website YouTube profitierten.

Der US-Ölpreis hat sich am Freitag bei der Marke von 60 US-Dollar eingependelt. Die Aussicht auf eine mögliche Förderkürzung der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hatte den Ölpreis am Donnerstag zeitweise auf 61 Dollar getrieben.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa

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