Börsen USA Super-Dow

Der US-Index Dow Jones hat einen neuen Rekord aufgestellt. Grund zum Jubeln ist das in den Augen der Börsenprofis nicht - aber ein gutes Zeichen.

New York - Der Dow-Jones-Index  ist das bekannteste amerikanische Börsenbarometer - und es hat am Mittwoch dieser Woche einen neuen Rekord aufgestellt. Der Dow stieg auf 11.850,61 Punkte. Der vorherige Spitzenstand liegt schon einige Zeit zurück und wurde am 14. Januar 2000 mit 11.722,98 Punkten verbucht.

Seitdem haben die Börsianer an der Wall Street dramatische Zeiten erlebt. Der Dow war vom Januar 2000 bis zum 9. Oktober 2002 auf 7286,27 Punkte eingebrochen. Diese Baisse war durch die geplatzte Spekulationsblase der Internet- und Technologieaktien sowie die Terroranschläge vom 11. September 2001 ausgelöst worden. Inzwischen hat sich der Index allerdings wieder erholt und um rund 61 Prozent zugelegt. Eine der jüngsten Ursachen: Der fallende Ölpreis. Fallende Treibstoff- und andere Energiepreise helfen den Konsumenten und Unternehmen gleichermaßen.

Und trotzdem - für Euphorie ist es noch zu früh, die Aussagekraft des Barometers einfach zu begrenzt, so die Börsenprofis. "Der Dow Jones gilt als der populärste Index für die USA, hat aber konstruktionsbedingt nur geringe Aussagekraft für die Situation der US-Unternehmen. Denn der Dow Jones ist ein Index, der nicht kapitalgewichtet ist, sondern jede Aktie geht mit einen Bruchteilanteil des Preises ein. Es entscheidet also die Höhe des Aktienkurses, nicht die Bedeutung der Aktie für den Gesamtmarkt. Als Prognose billigen wir den US-Märkten noch eine Jahresendralley von rund 5 Prozent zu", sagt Bernhard Langer zu manager-magazin.de. Langer ist Head of Structured Products Group Europe bei Invesco. Der Dow Jones erfasst die Aktien von 30 der größten US-Konzerne.

Auch Cormac Weldon, Nordamerika-Chef bei Threadneedle, gibt sich gegenüber manager-magazin.de eher verhalten: "Allein der Höchststand des Index sagt noch nichts über die Qualität eines Wirtschaftsraumes aus. Grundsätzlich sind wir für US-Aktien aber optimistisch, die großen Unternehmen sind ja bereits sehr gut gelaufen." Luft nach oben bietet der breitere S&P 500  tatsächlich. Der Index liegt noch rund 13 Prozent unter seinem Höchststand. Immerhin - der Index befindet seit Juli im Steigflug. Das lässt hoffen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.