Hedgefonds Ruf nach dem Exorzisten

Hedgefonds werden oft verteufelt. Kein Wunder: Ihre Verwalter genießen Freiheiten wie sie kein Investmentfondsmanager hat. Auf der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds wehrt sich die Branche gegen Regulierungsversuche.

Singapur - Kritik an Hedgefonds gibt es reichlich - zu teuer, zu groß, zu unbeaufsichtigt. Die weltweite Finanzbranche hat sich dennoch gegen eine Regulierung dieser Anlageklasse ausgesprochen.

"Wir betrachten den wachsenden Kapitalzufluss bei Hedgefonds nicht als ein besonderes Risiko", sagte Charles Dallara, Geschäftsführer des Institute of International Finance (IIF), auf der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Singapur. Allerdings räumt auch er Verbesserungsmöglichkeiten ein. Mehr Transparenz wird teilweise auch von den Verwaltern der Hedgefonds selbst eingefordert.

Zuletzt haben sich immer mehr Notenbanker für eine Regulierung oder zumindest Offenlegungspflichten bei Hedgefonds ausgesprochen. Die Bundesbank hat beispielsweise für eine Kontrolle durch Ratingagenturen plädiert.

Diese Fonds verwalten angeblich weltweit etwa 1,3 Billionen Dollar. Der australische Zentralbank-Vizepräsident Glenn Stevens wies daher auf die wachsende Bedeutung der Anlageklasse hin - und darauf, dass mit den Mitteln auch der Einfluss wachse. Die hohen Mittelzuflüsse werden teilweise auf die strengen Regularien innerhalb der Finanzbranche zurückgeführt. Das Wasser fließe immer zur niedrigsten Stelle, sagte Cees Maas von der IIF.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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