Öl Herbstzeit ist Schnäppchenzeit

Das Öl ist aktuell so günstig wie lange nicht - gerechnet auf ein halbes Jahr. Wie lange das noch so bleibt, darüber streiten die Experten. Und flüchten in mittelfristige Ausblicke.

Singapur - Der Ölpreis ist aktuell günstig - zumindest so günstig wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Auch am Freitag ist der Preis leicht gefallen. Ein Barrel der US-Sorte WTI wurde im asiatischen Handel mit 63,20 Dollar gehandelt. Das waren zwei Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Die Sorte Brent kostet aktuell 63,3 Dollar, LT Crude 63,82.

Die Gründe für diese Entwicklung liegen zumindest für die Händler auf der Hand. Auf der einen Seite sind die Lagerbestände von Heizöl und Erdgas in den USA höher als viele erwarteten. Das drückt den Ölpreis. So veröffentlichte das US-Energieministerium erst am Donnerstagabend eine Statistik, nach der die Bestände an Erdgas um 12 Prozent über dem normalen Niveau für diese Jahreszeit liegen. Auf der anderen Seite habe auch das Ende des Streiks nigerianischer Ölarbeiter den Ölpreis nach unten gedrückt. Auch das Abflauen der Auseinandersetzungen im Nahen und Mittleren Osten trägt zu der Entwicklung bei, ebenso wie die Entdeckung großer Ölvorkommen im Golf von Mexiko.

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) ist verhalten optimistisch: Die Institution rechnet nicht damit, dass die Preise für die meisten Rohstoffe nachhaltig hoch sind. Stelle man die Inflation in Rechnung, so lägen die Preise für sie trotz des jüngsten Höhenfluges noch immer unter den historischen Höchstständen. Und dorthin werden sie nach Auffassung der Währungshüter auch so schnell nicht wieder hinkommen.

Dennoch werde diese Entwicklung Millionen deutscher Haushalte nichts nützen. "Wir befürchten, dass Heizkosten und Stromrechnungen in zwei bis drei Jahren für die ärmeren Teile der Bevölkerung unbezahlbar werden", sagte der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters. Die Energiekosten stiegen rascher als alle übrigen Kosten, sagte Peters. "Sie werden deshalb viele Haushalte in die Insolvenz treiben."

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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