Helaba Trennung vom Research

Die Sparkassen verkaufen inzwischen mehr Fonds als Aktien. Das merken auch die Analysehäuser. Helaba Trust beispielsweise ist spezialisiert auf die Analyse von Aktien - und muss nun massiv umbauen.

Frankfurt am Main - "Die Helaba-Gremien haben beschlossen, dass Helaba Trust eine neue Richtung erhält", sagte Helaba-Trust-Geschäftsführer Rolf Knigge am Donnerstag. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) richtet also ihre Tochtergesellschaft Helaba Trust grundlegend neu aus. Das volkswirtschaftliche Research wird zum Jahresende auf die Konzernmutter verlagert, das Aktien-Research gänzlich eingestellt.

Stattdessen wird Helaba die Analysen von Einzelwerten künftig einkaufen. Verhandlungen dazu liefen bereits, eine Entscheidung gebe es allerdings noch nicht. Von der Schließung des Aktien-Researchs sind Knigge zufolge etwa zehn Mitarbeiter betroffen.

Als Grund für die Schließung führte Knigge die geringe Nachfrage nach Analysen an. Immerhin verkaufen die Sparkassen zusehends mehr Fonds oder Spezialfonds statt einzelner Aktien. Abgesehen davon trägt selbst das Schwesterunternehmen Helaba Invest zur aktuellen Entwicklung bei. Die Fondsgesellschaft ist auf einen rein quantitativen Ansatz umgeschwenkt. Vereinfacht gesagt, übernehmen dabei Computer die Untersuchung der Unternehmensdaten - Analysten sind bei diesem Managementstil überflüssig. "Der Bedarf an Aktien-Research ist in den vergangenen Jahren deutlich gefallen", räumt Knigge ein.

Helaba Trust soll sich künftig als Profit Center auf die Vermögensverwaltung auf der Basis von Fonds und Einzelwerten konzentrieren. "Helaba Trust bleibt als eigenständiges Unternehmen erhalten", machte Knigge deutlich.

manager-magazin.de mit Material von dow jones

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