Konjunktur Darf es ein bisschen mehr sein?

Die Prognosen der Wirtschaftforschungsinstitute für das Wachstum im Jahre 2006 werden nach oben korrigiert. Ob das den deutschen Aktienmarkt allerdings beflügeln kann, ist fraglich.

Washington / Berlin - Der Internationale Währungsfonds (IWF) will einem Medienbericht zufolge seine Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum in diesem Jahr von 4,9 auf 5,1 Prozent anheben. Dabei würden vor allem die Vorhersagen für die Euro-Zone sowie China höher ausfallen als bislang errechnet, so die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Sie beruft sich dabei auf einen Entwurf des Ausblicks des IWF auf die Weltkonjunktur, der Mitte September erscheinen soll.

Demnach soll der Währungsfonds das Wachstum in der Euro-Zone nun bei 2,4 Prozent statt wie noch im April bei 2 Prozent sehen. China werde um 10 Prozent wachsen und damit einen halben Prozentpunkt mehr als zuletzt vorhergesagt. Für die US-Wirtschaft rechneten die IWF-Experten dagegen jetzt nur noch mit einem Zuwachs von 3 Prozent. Bislang kalkulierten sie mit einem Plus von 3,4 Prozent.

Mit revidierten Zahlen steht der IWF nicht alleine da. Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin wird in Kürze seine Wachstumsprognose nach oben korrigieren. "Die deutsche Wirtschaft wird dieses Jahr sehr wahrscheinlich um 2 Prozent zulegen, vielleicht sogar etwas mehr", sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann dem Magazin "Der Spiegel". Bislang hatte das Institut für 2006 ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent vorausgesagt.

Auch der Zustand der öffentlichen Haushalte soll sich nach Zimmermanns Einschätzung schneller als erwartet bessern. Es sei durchaus möglich, dass das Staatsdefizit bereits in diesem Jahr unter die Marke von 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sinke. Zum einen nehme der Staat aktuell mehr Steuern ein, zum anderen habe er weniger Ausgaben zur Finanzierung der Arbeitslosigkeit als erwartet.

manager-magazin.de mit Materialien von dpa und reuters

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