Börsengang Neuer Hochprozenter

Europas Zuckermarktführer will sich zum Teil von seinem Bioalkoholgeschäft trennen und die Sparte an die Börse bringen. Das Geld aus dem Anteilsverkauf soll dem Börsenneuling zufließen. Der kann es gebrauchen.

Mannheim - Europas größter Zuckerkonzern Südzucker  will noch in diesem Jahr seine Biotreibstoffsparte Cropenergies an die Börse bringen.

"Mit dem Verkauf unseres Geschäftsfeldes an Investoren wollen wir die Weichen dafür stellen, dass Cropenergies bald die führende Position in Europa auf dem Wachstumsmarkt Bioethanol einnehmen kann", sagte Südzucker-Vorstandssprecher Theo Spettmann. "Denn durch eine Kapitalerhöhung zum Börsengang könnten Cropenergies mehr als 200 Millionen Euro zufließen." Das Cropenergies-Börsendebüt organisiert offenbar die Deutsche Bank .

Aktien von Biotreibstoffherstellern stoßen bei Anlegern derzeit auf Interesse, denn mit ihren Produkten haben sie in den kommenden Jahren gute Gewinnchancen. Biotreibstoffe müssen demnächst Benzin beigemischt werden, die entsprechenden Regeln hat der Gesetzgeber bereits aufgestellt. Branchenkenner schätzen das Marktpotenzial für Biokraftsstoffe auf vier Milliarden Euro zum Ende des laufenden Jahrzehntes.

Die Cropenergies-Gruppe betreibt in Zeitz in Sachsen-Anhalt bereits die größte Bioalkoholanlage Europas. Sie wandelt schon heute 700.000 Tonnen Getreide zu 260.000 Kubikmeter Bioalkohol pro Jahr um, soll aber ausgebaut werden. Zudem plant Südzucker neue Fabriken in Belgien und Frankreich.

Cropenergies erzielte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2006/07 einen Vorsteuergewinn in Höhe von 2,6 Millionen Euro, der Umsatz betrug in diesem Zeitraum 30,8 Millionen Euro. "Die Grundinvestitionen sind getätigt, das Unternehmen arbeitet profitabel", sagte Südzucker-Finanzchef Thomas Kölbl.

Im vergangenen Jahr gingen mit EOP Biodiesel  und Biopetrol Industries bereits zwei Biotreibstoffhersteller an die Börse. Die ostdeutsche Biokraftstofffirma Verbio erwägt ebenfalls den Gang auf das Börsenparkett, womöglich noch im Herbst dieses Jahres.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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