MDax-Zahlen Wacker Chemie zieht stark an, Heideldruck schwach

Die im April an der Börse gestarteten Aktien von Wacker Chemie schießen nach einem sehr positiven Ausblick an die Spitze des MDax. Der globale Marktprimus Heidelberger Druckmaschinen dagegen blieb hinter den Gewinnerwartungen der Analysten zurück.

München/Burghausen - Die Aktien von Wacker Chemie  sind am Dienstag im frühen Handel an der MDax-Spitze um 8,10 Prozent auf 88,10 Euro gestiegen. Der Konzern hat wegen der anhaltend positiven Marktbedingungen sowie einer erwarteten stärkeren Nachfrage nach Siliciumwafern für die Halbleiterindustrie die Prognosen erhöht.

Aktien von Heidelberger Druckmaschinen  dagegen sanken zum Börsenbeginn um 0,71 Prozent auf 32,06 Euro. Der weltgrößte Druckmaschinen-Hersteller ist im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2006/2007 hinter den Gewinnerwartungen der Analysten zurückgeblieben. Seinen Ausblick bestätigte das Unternehmen. Einem Analysten zufolge ist allerdings die Auftragslage überraschend gut.

Wacker Chemie hat wegen der anhaltend positiven Marktbedingungen sowie einer erwarteten stärkeren Nachfrage nach Siliziumwafern für die Halbleiterindustrie die Prognosen erhöht. Beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) rechnet Wacker jetzt mit einem Anstieg auf 730 bis 750 Millionen Euro. Dies wäre ein Plus für von rund 30 Prozent gegenüber dem bereinigten Vorjahreswert. Bislang hatte der Münchener Konzern einen Anstieg auf 640 bis 680 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Umsatz soll um ein Fünftel steigen

Beim Umsatz geht der Konzern jetzt von einem rund 20-prozentigen Plus im Vergleich zum 2005er-Wert in Höhe von 2,76 Milliarden Euro aus. Bislang hatte das Unternehmen einen zehnprozentigen Anstieg in Aussicht gestellt. "Unsere vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal 2006 entsprechen nach einer ersten Analyse ziemlich exakt unseren Erwartungen, wie wir sie im Rahmen unserer Telefonkonferenz zum ersten Quartal kommuniziert haben", sagte Finanzvorstand Joachim Rauhut. "Wir erwarten, dass im zweiten Quartal Umsatz und Ebitda etwa 4 Prozent über den Vergleichswerten des ersten Quartals liegen werden."

Für Siltronic erwartet Wacker ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr von etwa 35 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro. Die Ebitda-Marge soll rund 26 Prozent erreichen (2005: 18 Prozent).

"Wesentliche Einflussfaktoren sind höhere Preise und Absatzmengen, vor allem in der zweiten Jahreshälfte. Für das zweite Quartal weist Siltronic wie erwartet gute Zahlen aus", hieß es weiter. Der Umsatz sei von 286,4 Millionen Euro im ersten Quartal auf 300 Millionen Euro gestiegen. Das Ebitda legte von 69,3 Millionen Euro im ersten Quartal auf 73 Millionen Euro zu.

Wafer-Nachfrage boomt

Die Nachfrage entwickele sich bei allen Wafer-Scheibendurchmessern bei Siltronic stärker als bisher vom Unternehmen erwartet. Gleichzeitig ziehen die Preise für Wafer weiter an.

Wacker hatte vor zwei Wochen gemeldet, dass die Tochter Siltronic zusammen mit Samsung Electronics eine Fabrik zur Herstellung von Wafern in Singapur bauen werde. Investitionsvolumen: Rund eine Milliarde Dollar (787 Millionen Euro). Das Werk zur Herstellung von 300-mm-Wafern, Siliziumscheiben für Chips, werde als Gemeinschaftsunternehmen unter dem Namen Siltronic Samsung Wafer betrieben. Beide Unternehmen halten jeweils 50 Prozent der Anteile.

Bis 2010 soll das Joint Venture eine Kapazität von monatlich rund 300.000 Wafern erreichen und 800 Mitarbeiter beschäftigen. Die Kapazität der Wafer-Werke von Siltronic in Burghausen, Wasserburg und Freiberg wurde in den vergangenen Monaten bereits um knapp 90 Prozent erhöht.

Wacker Chemie ist erst seit April an der Börse notiert. Im Mai kletterte der Aktienkurs von unter hundert auf mehr als 120 Euro, derzeit liegt die Aktie unter 90 Euro.

Heideldruck profitiert von Erholung der Medienbranche

Heideldruck profitiert von Erholung der Medienbranche

Auch der weltgrößte Druckmaschinenhersteller, Heidelberger Druckmaschinen, profitiert von der Erholung der Branche. Namentlich die steigenden Umsätze der Medienbranche kommen Heideldruck zu Gute. Im ersten Quartal konnte das Unternehmen das Betriebsergebnis mehr als verdoppeln und auf 16 Millionen Euro steigern, wie Vorstandschef Bernhard Schreier am Dienstag mitteilte. Der Umsatz habe in den ersten drei Monaten (1. April bis 30. Juni) mit 719 Millionen Euro rund 9 Prozent über dem Vorjahreswert gelegen. Das Unternehmen bekräftigte seine Prognose.

Schreier sagte: "Der positive Trend in der Printmedien-Industrie hielt auch in den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahrs an." Die Auftragseingänge im ersten Quartal stiegen um rund 21 Prozent auf 1,076 Milliarden Euro. Finanzvorstand Herbert Meyer sagte: "Vor allem in Europa und Nordamerika zeigte sich eine deutliche Belebung des Geschäfts." In der Sparte Press (Offsetdruck) stieg der Umsatz in den ersten drei Monaten auf 620 Millionen Euro (Vorjahr: 567).

Das betriebliche Ergebnis im ersten Quartal belief sich auf 4 Millionen Euro (Vorjahr: 7 Millionen) und enthielt Kosten für die Messe Ipex in Birmingham.

In der Sparte Postpress (Weiterverarbeitung) lag der Quartalsumsatz bei 89 Millionen Euro (Vorjahr: 80 Millionen). Das betriebliche Ergebnis sei nach einem Verlust im Vorjahreszeitraum nun ausgeglichen gewesen. Für das Geschäftsjahr 2006/2007 geht das Unternehmen von einem Umsatzwachstum von rund 5 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2005/2006 aus. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit soll auf rund 10 Prozent vom Umsatz gesteigert werden.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa

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