Deutsche Post Konzerngewinn halbiert

Die jüngsten Übernahme und die damit verbundenen Integrationskosten haben den Gewinn der Deutschen Post kräftig gedrückt. Zudem belastet das US-Expressgeschäft das Ergebnis. Gleichwohl bestätigt der Konzern seine Jahresprognose.

Bonn - Die Deutsche Post hat wegen der Integrationskosten für übernommene Unternehmen und wegen anhaltender Verluste im US-Expressgeschäft im zweiten Quartal deutlich weniger verdient als im Vorjahr.

Obwohl der Bonner Konzern bei Ertrag und Umsatz unter den Erwartungen der Branchenexperten blieb, bekräftigte Post-Chef Klaus Zumwinkel am Dienstag seine Erwartungen für das Betriebsergebnis im Gesamtjahr. Die Post rechne weiter mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 3,9 Milliarden Euro. Bis 2009 soll es auf mindestens 5,2 Milliarden Euro steigen. Beim Umsatz peilt die Post für 2006 weiter mindestens 60 Milliarden Euro an.

Das Ebit im Quartal sank den Angaben zufolge zwischen April und Juni um 19,1 Prozent auf 641 Millionen Euro. Der Konzerngewinn schrumpfte um 48 Prozent auf 254 Millionen Euro.

Wegen der Kosten der Integration des britischen Logistikkonzerns Exel, der Bausparkasse BHW sowie des Brief- und Dokumentendienstleisters Williams Lea würden sich diese Akquisitionen noch nicht in einem verbesserten Ergebnis niederschlagen, erklärte die Post die Entwicklung. Außerdem belaste das US-Expressgeschäft weiter das Ergebnis. Zusätzlich seien hohe Einmalerträge aus dem Vorjahr in diesem Quartal nicht mehr angefallen.

Der Umsatz erhöhte sich im Quartal vor allem wegen der Übernahme des britischen Logistikkonzerns Exel um 32,2 Prozent auf 14,49 Milliarden Euro. Dabei legte das Briefgeschäft um 1,7 Prozent auf 3,145 Milliarden Euro zu, der Unternehmensbereich Express mit der Marke DHL gab um 0,1 Prozent auf 4,587 Milliarden Euro nach. Im Amerika-Geschäft sei der Umsatz immerhin stabilisiert worden, hieß es. Das Logistik-Geschäft verzeichnete vor allem dank der Exel-Übernahme einen Umsatzsprung auf 4,95 Milliarden Euro von 1,9 Milliarden Euro im Vorjahr.

Das Finanzgeschäft, das im Wesentlichen aus der Postbank besteht, wuchs im Halbjahr wie schon am 28. Juli veröffentlicht um 33 Prozent auf rund 4,6 Milliarden Euro.

Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt ein Ebit von 693 Millionen Euro, einen Überschuss von 330 Millionen Euro und einen Umsatz von 15,05 Milliarden Euro erwartet.

reuters

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