Börsen Wie gewonnen, so zerronnen

Der schwächere Dollar und Gewinnmitnahmen schickten den Dax am Mittwoch wieder auf Talfahrt. Die Gewinne des Vortages waren schnell aufgezehrt.

Frankfurt/Tokio/New York - Nach einer schwächeren Eröffnung beschleunigte der Dax am Nachmittag seine Talfahrt. Kurs nach 13 Uhr war er am Frankfurter Parkett bei 4550,06 Punkten um 2,83 Prozent schwächer. Die Vortagsgewinne waren damit weg.

Der auf 1,6490 Mark (Vortags-Fixing: 1,6630) gesunkene Dollar und eher enttäuschende Zwischenbilanzen der Deutschen Telekom und der HypoVereinsbank hatten Anleger vorsichtig werden lassen und sie zu Gewinnmitnahmen ermuntert. T-Aktien verbilligten sich zeitweise auf 44,60 Mark.

Aktien der HypoVereinsbank brachen um 7,5 Prozent auf 123,50 Mark ein. Den hohen Kursverlust begründeten Parketthändler in Frankfurt mit den jetzt bekanntgewordenen Kreditrisiken im Grundstücksgeschäft der früheren Hypobank von 3,5 Milliarden Mark. Überdurchschnittlich stark fielen Adidas. Ihr Kurs gab um über fünf Prozent auf 200 Mark nach.

Überlegungen der Deutschen Bank, eine eigenständige Bank für Privat- und kleine Geschäftskunden zu gründen, stießen an der Börse zunächst auf wenig Gegenliebe. Deutsche Bank Aktien verbilligten sich um mehr als zwei Prozent auf 100,30 Mark.

In Tokio hat die Börse mit einem Verlust von 2,2 Prozent geschlossen. Der Nikkei 225 Index sackte um 304,61 Punkte auf 13.516,07 Zähler ab. Einige Händler führten die deutlichen Kurseinbußen auf die teils miserablen Halbjahres-Ergebnisse japanischer Unternehmen zurück. Am Devisenmarkt schwächte sich der Dollar ab und wurde um 15 Uhr Ortszeit mit 118,02/05 Yen nach 119,27/30 Yen am Dienstag nachmittag gehandelt.

Die Wall Street hatte am Dienstag nach einer festen Eröffnung und starken Schwankungen leichter geschlossen. Der Dow Jones Index fiel um 66,17 Punkte auf 8366,04 Einheiten. Abgegeben wurden Finanztitel, darunter Citigroup, BankAmerica und J.P. Morgan. Händler begründeten die Schwäche mit Gewinnmitnahmen. Gekauft wurden IBM. Der Computerbauer kündigte ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar (5,8 Milliarden Mark) an.

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