Donnerstag, 5. Dezember 2019

Enron-Skandal Merrill Lynch zahlt Millionen-Entschädigung

Die amerikanische Investmentbank Merrill Lynch wird geprellten Enron-Investoren insgesamt rund 29 Millionen Dollar Entschädigung zahlen. Nach dem Tod von Enron-Chef Kenneth Lay will nun auch die Bank per außergerichtlicher Vereinbarung einen Schlussstrich unter einen der größten Wirtschaftsskandale der USA ziehen.

New York - Die US-Investmentbank Merrill Lynch Börsen-Chart zeigen wird zur Beilegung von aus dem Enron-Skandal resultierenden Rechtsstreitigkeiten 29,5 Millionen Dollar an Entschädigungen zahlen.

Merrill Lynch: Investmentbank zahlt 29 Milliarden Dollar Entschädigung an ehemalige Enron-Anleger
Merrill Lynch, das beratend für den einstigen Energieriesen tätig war, war von Gläubigern für die Finanztricksereien bei Enron mitverantwortlich gemacht worden. Im Rahmen einer außergerichtlichen Vereinbarung willigte die Bank nun in die Entschädigungszahlungen ein. Merrill Lynch betonte jedoch, mit dieser Vereinbarung sei kein Schuldeingeständnis verbunden.

Ziel der Vereinbarung sei es vielmehr, die Abwicklungsprozeduren bei Enron zu beschleunigen, hieß es in einem von Enron verbreiteten Statement der Bank.

40 Milliarden Dollar Schulden verschleiert

Andere Banken wie Citigroup Börsen-Chart zeigen und JP Morgan Chase hatten bereits in der Vergangenheit in die Zahlung von Milliardensummen an frühere Aktionäre und Anleihenbesitzer von Enron eingewilligt. Der Energiekonzern war im Dezember 2001 in Konkurs gegangen. Zuvor war ans Licht gekommen, dass das Unternehmen Schulden in Höhe von schätzungsweise 40 Milliarden Dollar verschleiert hatte.

Der frühere Enron-Chef Kenneth Lay war am Mittwoch überraschend verstorben, nach Medienberichten war ein Herzinfarkt die Todesursache. Wegen der Bilanzmanipulationen war Lay im Mai zusammen mit dem anderen früheren Konzernchef Jeffrey Skilling von einer Jury im texanischen Houston schuldig gesprochen worden. Das Strafmaß war noch nicht verkündet worden. Dafür wurde als Termin der 23. Oktober angesetzt. Skilling muss an diesem Datum damit rechnen, mit bis zu 185 Jahren Haft bestraft zu werden. Lay drohten 165 Jahre.

manager-magazin.de mit Material von afp

© manager magazin 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung