Märkte Dax zeigt Stärke

Trotz Kursverlusten an der Weltleitbörse in New York hält sich der Dax gegen Mittag im Plus. Im Fokus stehen die Aktien von Volkswagen und Linde. In der zweiten Reihe brechen die Aktien von Merck und Vivacon ein.

Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienindizes haben am Freitag die schwächeren Vorgaben der Wall Street ignoriert. Der Dax  notierte gegen Mittag mit rund 5550 Punkten 0,3 Prozent im Plus. Damit lag der Leitindex 3 Prozent über dem Vorwochenschluss, nachdem er zuvor drei Wochen in Folge schwächer geschlossen hatte.

"Der Haken ist nur, dass die Bergfahrt von weniger Umsätzen getragen wurde als in den Wochen davor die Talfahrt", sagte ein Händler. Im MDax  der um seinen Vortagesschluss bei 7655 Punkten pendelte brachen die Aktien des Immobilienunternehmens Vivacon  und des Pharmakonzerns Merck KGaA  ein. Der TecDax  präsenierte sich gegen Mittag ebenfalls kaum verändert bei 643 Punkten.

Die relativ gute Stimmung der Anleger hing Händlern zufolge mit der Entwicklung der Aktienkurse in Tokio zusammen, wo der Nikkei  nur mit einem kleinen Minus aus dem Handel ging, nachdem er zunächst um 1,8 Prozent eingebrochen war. In New York hatten die Börsen dagegen schwächer geschlossen.

Porsche-Engagement treibt VW-Aktie

Zu den größten Dax-Gewinnern zählten die Titel von Volkswagen , die gegen Mittag mit 3 Prozent im Plus notierten. Die Absicht von des Porsche-Konzerns, seine VW-Beteiligung auf eine Sperrminorität von 25,1 Prozent aufzustocken, wurde positiv aufgenommen. "Damit werden bei VW die Macht- und Hierarchiestrukturen klarer, und in der Autoindustrie kann man sich keinen besseren Großaktionär wünschen als Porsche", sagte Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Aktien von Porsche  notierten unverändert bei 745 Euro.

Die Anteilsscheine von Linde  waren nach der Bekanntgabe von Details zur Kapitalerhöhung zunächst deutlich ins Plus gedreht, gaben zuletzt aber wieder ihre Gewinne ab und notierten rund 0,40 Prozent leichter bei 61,56 Euro. "Das könnte daran liegen, dass die Kapitalerhöhung schon vor der Bekanntgabe weggesaugt wurde", sagte ein Händler. Der Bezugspreis für die neuen Linde-Aktien liegt bei 49,50 Euro. Kapitalerhöhungen werden normalerweise an der Börse nicht gerne gesehen, da dadurch der Gewinn je Aktie verwässert wird.

Gefragt waren im Dax waren auch die Aktien des Dialysespezialisten Fresenius Medical Care  (FMC) mit einem Kursplus von zuletzt noch 2,10 Prozent auf rund 87 Euro. Zeitweilig hatte das Kursplus mehr als 4 Prozent betragen. Händler verwiesen auf eine Kaufempfehlung der Deutschen Bank, deren Analysten auch die im MDax gelisteten Aktien des Mutterkonzerns Fresenius empfohlen hätten. Der Gesundheitskonzern hatte zudem mit einem Wirkstoff zur Behandlung von Eierstockkrebs nach eigenen Angaben positive Studienresultate erzielt.

Vivacon und Merck brechen ein

Ein herber Rückschlag in der Medikamentenforschung drückte die Aktien von Merck um bis zu 6,6 Prozent auf 69,20 Euro in der Spitze. Das MDax-Schwergewicht drückte den Index um 20 Punkte. Nachdem späte klinische Studien mit dem Hoffnungsträger Sarizotan fehlgeschlagen waren, hatte Merck am Morgen einen Stopp der Entwicklung des Parkinson-Mittels bekannt gegeben.

Größter Verlierer im MDax  waren die Aktien von Vivacon , die in der Spitze um mehr als 14 Prozent fielen - und zwar schon vor der Mitteilung des Konzerns, wonach der Börsengang der Tochter Vivacon German Properties (VGP) in London verschoben wird.

"Nach der am Vortag angekündigten Verlängerung der Zeichnungsfrist haben einige Anleger den Börsengang an sich für gefährdet gesehen", sagte ein Händler. Anleger, die ihre Verluste begrenzen wollten, hätten die Aktien in großem Umfang abgestoßen. Vivacon, die erst in diesem Jahr in den MDax aufgerückt sind und bei der Gewichtung an letzter Stelle stehen, waren seit Tagen auf Talfahrt. Erst am 8. Mai hatten Vivacon mit 49,48 Euro ein Rekordhoch aufgestellt.

Die Aktien von MTU Aero Engines  legten zuletzt noch 2,70 Prozent zu, nachdem der Münchener Triebwerkshersteller für das laufende Jahr eine Anhebung der Geschäftsprognose angekündigt hatte.

reuters