Transparenz-Forderung Börse blockt Arcelor-Aktien

Weil der luxemburgische Stahlkonzern Arcelor ein Geheimnis um seine Zukunftspläne macht, haben vier Länder den Handel mit der Aktie ausgesetzt. Die Aufsichtsbehörden in Luxemburg, Belgien, Frankreich und Spanien forderten Arcelor auf, die Anleger rasch zu informieren - so lange soll die Aktie geblockt bleiben.

Luxemburg - Die europäischen Börsenaufsichten haben den luxemburgischen Stahlkonzern Arcelor  aufgefordert, die Aktionäre so rasch wie möglich über die Pläne für die Zukunft des Unternehmens zu informieren. So lange dies nicht geschehe, blieben die Arcelor-Aktien vom Handel ausgesetzt, hieß es am Mittwochabend in einer gemeinsamen Erklärung der Behörden in Luxemburg, Belgien, Frankreich und Spanien.

Der Handel werde erst wieder aufgenommen, wenn "der Markt umfassend" informiert sei. Dies müsse spätestens am 26. Juni der Fall sein.

Arcelor hatte angekündigt, sich am Sonntag zu den aktuellen Angeboten von Mittal Steel  und SeverStal zu äußern. Branchenführer Mittal will Arcelor übernehmen. Die Arcelor-Führung favorisiert stattdessen offiziell eine Fusion mit dem russischen Stahlkocher SeverStal.

Die Regulatoren sind der Ansicht, dass die Aktionäre im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot von Mittal und der geplanten Fusion mit SeverStal "wegweisende Entscheidungen für die Zukunft ihres Unternehmens" zu treffen haben. Aus diesem Grund müssten sie zuvor "adäquate Dokumente" zu den Transaktionen erhalten, die eine Entscheidung möglich machten, teilten die Aufsichten mit.

Ausreichende Informationen seien eine "wesentliche Voraussetzung", um den Aktionären die freie Wahl zu bieten. Arcelor hatte am Vormittag erklärt, bis Sonntag mit einer Erklärung abwarten zu wollen.

manager-magazin.de mit Material von dpa