Oracle Lizenzen zum Geldverdienen

Oracle überrascht die Börsianer. Das amerikanische Softwareunternehmen wird nach eigenen Angaben in den letzten Monaten dieses Jahres deutlich mehr Geld verdienen als bisher erwartet. An der Börse zieht daraufhin nicht nur der Oracle-Kurs an.

Los Angeles - Der US-Softwarekonzern Oracle  hat seine Gewinnprognose für das vierte Quartal angehoben. Grund sei ein überraschend starkes Geschäft mit neuen Software-Lizenzen, teilte der SAP-Konkurrent am Donnerstagabend mit.

Die Aktien des Konzern legten im nachbörslichen US-Handel mehr als 6 Prozent zu und zogen die SAP-Papiere mit, die an der Frankfurter Börse am Freitag 2,5 Prozent gewannen. Analysten zeigten sich zufrieden mit dem Geschäftsausblick des amerikanischen Softwareunternehmens. "Das Geschäft mit Anwenderprogrammen sieht sehr gut aus", sagte Charles Di Bona von Sanford C. Bernstein & Co.

Oracle rechnet im Abschlussquartal nun mit einem Gewinn vor Sonderposten von 29 Cent je Aktie. Bisher hatte der Konzern einen Gewinn von 26 bis 28 Cent je Aktie prognostiziert. Der Umsatz vor Sonderposten werde um 22 Prozent auf 4,94 Milliarden Dollar steigen nach einem ursprünglich erwarteten Plus zwischen 10 und 14 Prozent, teilte Oracle mit.

Analysten hatten im Schnitt vor Sonderposten mit einem Gewinn von 27 Cent bei einem Umsatz von 4,55 Milliarden Dollar gerechnet. "Es sieht nach sehr soliden Zahlen aus", sagte Di Bona. Nach mehreren Übernahmen mit einem Volumen von insgesamt fast 20 Milliarden Dollar hatten die Anleger die Entwicklung des Konzerns mit Zurückhaltung verfolgt.

Die Prognose für den Nettogewinn im vierten Quartal hob Oracle auf 24 Cent von bislang 21 bis 23 Cent je Aktie an. Der Nettoumsatz soll um 25 Prozent auf 4,85 Milliarden Dollar steigen. Auch dies lag über den bisherigen Wachstumsprognosen des Unternehmens von 13 bis 17 Prozent. Im nachbörslichen Handel verteuerten sich die Oracle-Aktien um 85 Cent auf 14,55 Dollar.

Die SAP-Titel  legen heute um 2,5 Prozent auf 162,70 Euro zu. "Der Oracle-Ausblick ist heute die treibende Kraft für den SAP-Kurs", sagte ein Händler.

manager-magazin de mit Material von reuters