Ifo Konjunktur kühlt sich ab

Der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland ist ins Stocken geraten.

München - Die westdeutsche Industrie beurteilt nach dem neuen Konjunkturtest des Ifo-Instituts im September ihre aktuelle Geschäftslage skeptischer als im Vormonat. Die Aussichten für die kommenden Monate hätten sich sogar "stark verschlechtert". Dies sei auch eine Folge nachlassender Impulse aus dem Export. In der ostdeutschen Industrie habe sich auch die Beschäftigungslage inzwischen wieder verschlechtert. Positiv entwickele sich dagegen die westdeutsche Baubranche.

Die Lage in der westdeutschen Industrie war nach Angaben des Ifo im September durch eine leicht nachlassende Produktion, eine sinkende Kapazitätsauslastung und schmelzende Auftragsbestände gekennzeichnet. Im wichtigen Bereich Investitionsgüter sei die Geschäftslage zwar unverändert günstig gewesen, doch auch hier seien die Erwartungen für die nahe Zukunft inzwischen vorsichtiger. Etwas schlechter sehe es im Vorproduktbereich aus. Im Gebrauchsgütersektor lasse der Optimismus aufgrund düsterer Exportaussichten nach. Zufriedenstellend sei die Lage bei Verbrauchsgütern.

In der ostdeutschen Industrie habe sich das Geschäftsklima im September zwar eingetrübt, sei aber immer noch freundlich, teilte das Ifo weiter mit. Deutlich nachgelassen habe allerdings der Optimismus hinsichtlich der künftigen Entwicklung. Die Beschäftigungssituation, die sich in den letzten Monaten stabilisiert habe, verschlechtere sich tendentiell.

Im lange Zeit krisengeschüttelten westdeutschen Bau zeigen die Zeichen nach Ifo-Angaben weiter nach oben. Die seit wenigen Monaten zu beobachtende Verbesserung des Geschäftsklimas habe sich im September fortgesetzt. Die Zahl der Baufirmen, die Entlassungen planten, habe nachgelassen. Dagegen hätten sich die Geschäftserwartungen im ostdeutschen Bau wieder deutlich verschlechtert. Die Bauproduktion sinke.

Im deutschen Handel war das Bild den Angaben zufolge im September ebenfalls trüb. Nach einer leicht wachsenden Zuversicht im Vormonat seien die Befragten im westdeutschen Großhandel wieder unzufriedener gewesen. Auch im Einzelhandel der alten Bundesländer habe sich die Lage verschlechtert. Nicht viel besser sehe es im ostdeutschen Groß- und Einzelhandel aus.

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