Börsen Kurse in voller Fahrt

Ein höherer Dollar, festere Autowerte und die Senkung der italienischen Leitzinsen sorgten für einen kräftigen Anstieg des Dax.

Frankfurt/New York/Tokio - Angetrieben von einem festen Dollar haben die deutschen Aktienkurse am Dienstag ihren Weg nach oben unbeirrt fortgesetzt. Der Xetra-Dax stieg bis zum Handelsschluß um 2,25 Prozent auf 4682,70 Punkte. Händler wollten nicht ausschließen, daß die Rallye das Börsenbarometer jetzt bis auf 4900 Zähler hebt. "Wir sind in einem gemäßigten Fahrwasser", sagte ein Händler. Viele Anleger warteten allerdings auf ein ermäßigtes Niveau, um nochmals günstig einsteigen zu können. "Nachdem wir binnen kurzer Zeit im Dax 800 Punkte zugelegt haben, wäre eine Konsolidierung bis 4500 sehr wünschenswert", hieß es.

Analysten verwiesen darauf, daß ein wieder schwächerer Dollar dieses Verlangen schnell in die Realität umsetzen könnte. "Sollte der Greenback erneut unter Druck geraten, würde die Erholung des Aktienmarktes schnell auslaufen", hieß es bei einer Frankfurter Großbank. Nachdem der Dollar in Frankfurt bei 1,6630 Mark gehandelt worden war, fiel er im US-Geschäft am Abend auf 1,6540 Mark zurück.

Die amerikanischen Aktien setzten ihre Erholung zu Börsenbeginn fort. Bis 18 Uhr drehte der Dow Jones Index jedoch ins Minus und war bei 8412,13 Punkten um 0,24 Prozent schwächer. Der technologielastige Nasdaq-Index konnte sich im Plus halten.

Bei einem anderen Kreditinstitut meinte ein Analyst, daß die "zentrale Widerstandszone" bei 4700 Einheiten den Aufschwung eine gewisse Zeit bremsen dürfte. Einen guten Rückhalt biete jedoch die Tatsache, daß der seit Juli bestehende Abwärtstrend inzwischen verlassen worden sei.

Auf den Kauflisten der Anleger ganz oben standen Siemens. Der Elektrokonzern profitierte von einem Großauftrag für eine Schnellbahnverbindung in Malaysia. Auch RWE legten kräftig zu. Der Energiekonzern hatte bekräftigt, man stehe "uneingeschränkt" zur Braunkohle-Verstromung und zum Aufschluß des umstrittenen Tagebaus Garzweiler II.

Mit Ausnahme von BMW entwickelten sich Automobile nach Einschätzung von Händlern enttäuschend. Trotz der Dollar-Unterstützung rutschten Daimler sogar ins Minus. Als Begründung wurde die von Daimler-Chef Schrempp angestoßene Diskussion um eine rückläufige Branchenkonjunktur genannt. Auch Banken- und Konsumwerte waren eher schwach.

In Tokio hatte die Aktienbörse am Dienstag knapp behauptet geschlossen. Der Nikkei 225 ging mit einem geringen Verlust von 22,78 Punkten beim Stand von 13.820,68 Zählern aus dem Markt. Händler beschrieben das Geschäft als sehr ruhig. Angesichts der fortdauernden Schwierigkeiten, Japan wieder aus der Rezession zu führen, gebe es derzeit kaum Anlaß für Aktienkäufe, hieß es.

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