Demag Cranes KKR hievt Kranhersteller an die Börse

Die einstige Mannesmann-Sparte Demag strebt offenbar noch im Juni an die Börse. Der Kranhersteller, der inzwischen mehrheitlich dem Finanzinvestor KKR gehört, gilt als heißer Kandidat für den MDax. Denn mit einem Emissionsvolumen von rund 500 Millionen Euro wäre Demag Cranes der zweitgrößte Börsenkandidat des Jahres.

Frankfurt am Main - Der Kranhersteller Demag Cranes befindet sich in der Endphase seiner Vorbereitungen für einen Börsengang. "Die Erstnotiz ist für den 20. Juni vorgesehen", erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus Finanzkreisen.

Damit hält Demag Cranes trotz der jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten an seinem Plan fest, noch im ersten Halbjahr den Sprung auf das Börsenparkett zu wagen. Das Emissionsvolumen wird in Finanzkreisen auf mindestens 500 Millionen Euro beziffert.

Der Anbieter von Industrie- und Hafenkranen wäre nach Wacker Chemie  die zweitgrößte Neuemission in Deutschland in diesem Jahr. Mit dem Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) steht ein weiterer Börsengang mit einem Emissionsvolumen in ähnlicher Größenordnung in den Startlöchern. Ein Sprecher von Demag Cranes lehnte eine Stellungnahme ab.

Da Demag Cranes im Zusammenhang mit der Aktienemission keine Kapitalerhöhung plant, dürfte der Emissionserlös überwiegend dem Großaktionär Kohlberg Kravis Roberts (KKR) zu Gute kommen. Der US-Finanzinvestor hält 81 Prozent an dem Börsenkandidaten, der Rest liegt bei Siemens .

In den Kreisen wird erwartet, dass KKR seinen Anteil wie beim Börsengang des Triebwerksherstellers MTU Aero Engines  im Juni 2005 zunächst nicht vollständig abgeben wird, sondern einen Teil später über die Börse verkauft. Der Streubesitz wird den Kreisen zufolge bei über 50 Prozent liegen. Der Börsenwert von Demag Cranes dürfte sich auf mehr als eine Milliarde Euro belaufen.

Wechselvolle Eigentumsverhältnisse

Wechselvolle Eigentumsverhältnisse

Als Vergleichsunternehmen dient der finnische Wettbewerber KCI Konecranes, dessen Aktienkurs sich innerhalb eines Jahres verdoppelt hat. Experten räumen Demag Cranes gute Chancen auf eine Aufnahme in den Nebenwerteindex MDax ein. Den Börsengang organisieren die Investmentbanken Goldman Sachs  und Lehman Brothers .

Demag Cranes hatte in den vergangenen Jahren mehrere Eigentümerwechsel zu verkraften. Im Jahr 2000 war das Traditionsunternehmen im Zuge der Zerschlagung des Mannesmann-Konzerns zunächst an Siemens gegangen. 2002 übernahm dann KKR die Mehrheit an dem Kranhersteller.

Das Traditionsunternehmen bietet unter den Marken "Demag" Industriekrane und Krankomponenten sowie unter der Marke "Gottwald" Hafenkrane und Technologie zur Hafenautomatisierung an. Als Wachstumstreiber sieht der Börsenkandidat das Hafengeschäft sowie den Service-Bereich mit Wartungsdienstleistungen.

Im ersten Halbjahr des Ende September ablaufenden Geschäftsjahres 2005/05 kletterte der Umsatz um 19 Prozent auf 465,2 Millionen Euro. Im operativen Geschäft stieg der Gewinn (Ebit) um rund 64 Prozent auf 30,9 Millionen Euro.

reuters

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