Thilenius-Kolumne Warren Buffetts Gespür für Öl

Die Aktienmärkte schwanken derzeit kräftig. Doch Investment-Legenden wie Warren Buffett lassen sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Wer dessen Strategie folgt, sollte zu Öl-Aktien greifen: Buffett hat zuletzt einen Anteil am US-Ölkonzern ConocoPhillips gekauft.

In den stark schwankenden Märkten dieser Tage lohnt es sich besonders, zeitlose Investmenttipps einzuholen. Zu den besten Ratgebern für solche Fälle gehört der berühmte amerikanische Investor Warren Buffett. Mit viel Fleiß und Gespür für günstige Bewertungen hat er es in den letzten vierzig Jahren zum zweitreichsten Mann der Welt nach Bill Gates gebracht. Wer Buffett gefolgt ist, hat es meistens nicht bereut. Schnell reich werden funktioniert mit Buffett nicht, aber günstige Gelegenheiten aufspüren gelingt allemal. Besonders, wenn sie derart deutlich sichtbar sind wie unser heutiger Wert.

Heiß diskutiert werden in diesen Tagen die Rohstoffwerte. Steigt Öl auf 100 Dollar pro Barrel, wie oft zu hören ist, oder fällt Öl auf 50 Dollar, wenn wir nächstes Jahr in eine Rezession gehen? Buffett dürfte diese Frage weniger umtreiben als die meisten anderen. Er hat nämlich Öl zu schätzungsweise sieben Dollar pro Barrel gekauft und kann damit recht gut leben, falls der Preis fällt.

Die Ölwerte werden nicht nur nach dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder Cashflow bewertet, sondern auch nach dem Wert der Reserven. Dabei wird ermittelt, wie der Markt das Barrel Öl oder Gas an nachgewiesenen Reserven bewertet. Bei ConocoPhilips beträgt dieser Wert nach der Meinung amerikanischer Ölanalysten eben jene 7 Dollar pro Barrel. Auch das KGV für 2006 ist mit etwa 6 nicht gerade besonders hoch und gewährt Schutz auch bei rückläufigen Ölpreisen. Bei diesen niedrigen Bewertungen ist es kein Wunder, dass Buffett in den letzten Monaten etwa 1 Prozent der ConocoPhillips-Aktien  gekauft hat.

In den letzten zwölf Monaten ist der Wert vom Tiefkurs bei 52 Dollar schon um etwa 20 Prozent auf 63 Dollar gestiegen. Aufgrund des schwankenden Dollarkurses hat der Anleger allerdings ein Währungsrisiko. Dies lässt sich jedoch bei einer Einkaufsmöglichkeit von 7 Dollar pro Barrel verschmerzen. Selbst eine Dollar-Abwertung um 30 Prozent im Lauf der nächsten drei Jahre, von der gelegentlich die Rede ist, würde bei konstantem Aktienkursen einen Einstand von unter 10 Dollar pro Barrel bedeuten. Mit dieser Strategie sollten auch turbulente Zeiten ohne allzu große Risiken zu überstehen sein.

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