Mittwoch, 26. Juni 2019

Dax-Geflüster Alle das Gleiche?

Finanzprofis sind verdutzt. Spitzenfonds der prominentesten deutschen Fondsgesellschaft scheinen Probleme bekommen zu haben. Selbst unterschiedlich aufgestellte DWS-Fonds verloren in der jüngsten Börsen-Abwärtsphase im gleichen Maß an Wert. Das sollte nicht passieren, kritisieren Experten.

Der Schock war kurz, aber kräftig. In nicht einmal zehn Tagen stürzte der Deutsche Aktienindex (Dax) Börsen-Chart zeigen zuletzt um 500 Punkte bis auf 5600 Zähler ab, einem Mini-Crash gleich. Deutschlands Fondsanleger bauten in dieser Zeit vor allem auf ihre Fondsmanager. Würde es den Profis gelingen, ihre Fondsdepots nicht ganz so kräftig absacken zu lassen, wie der Markt fiel? Die Sparer wurden überrascht.

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Die Deutsche-Bank-Fondstochter DWS zum Beispiel hielt das Minus zwar durchaus im erträglichen Rahmen. Doch die Wertentwicklung ihrer einzelnen Fonds verblüffte selbst Börsenprofis. Top-Fonds des Hauses verloren in dieser starken Dax-Abwärtsphase nahezu identisch an Wert. Und das traf nicht nur auf die DWS-Flaggschiffe Vermögensbildungsfonds I und Akkumula zu, deren Ausrichtung sich ein wenig ähnelt.

Selbst der deutlich anders aufgestellte und konservativere DWS-Top-Dividende-Fonds sackte im gleichen Maß wie seine prominenten Schwesterfonds ab. Dabei wirbt Deutschlands größte Fondsgesellschaft doch damit, dass ihr Dividende-Fonds ausschließlich in die Aktien von Unternehmen investiert, die eine hohe Ausschüttung zahlen. Gerade dies wirke als "kursstabilisierender Faktor". Davon aber spürten die Anleger zumindest zwischenzeitlich nichts.

Die Dax-Show: Kurse und Aktionäre unter Druck.
manager-magazin.de
Die Dax-Show: Kurse und Aktionäre unter Druck.
Professionelle Vermögensverwalter sind deshalb ins Grübeln geraten. Sie investieren teilweise das gesamte Vermögen ihrer Kunden in eine Auswahl verschiedener Fonds, um ihnen beispielsweise ein ausgewogenes und schwankungsarmes Depot zusammenzustellen. Jedem Fonds kommt deshalb eine bestimmte Aufgabe innerhalb der Portfolios zu. Halten die aber nicht, was ihre Fondsmanager versprechen, drohen zum Beispiel höhere Wertschwankungen als gewollt.

"In den vergangenen Tagen hat sich gezeigt, dass selbst unterschiedliche DWS-Fonds wenigstens kurzfristig das gleiche Risiko aufweisen", sagt ein Finanzexperte zu manager-magazin.de. "Was wäre passiert, wenn der Dax-Kurssturz nicht bei minus 10 oder 15 Prozent zum Stehen gekommen wäre, sondern erst bei 40 oder mehr Prozent Verlust? Kann man die Fondsmanager in Zukunft noch beim Wort nehmen?"

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