Air Berlin Neue Besitzer gesucht

Deutschlands Investoren bereiten sich auf einen der bisher größten Börsengänge des Jahres vor. Die Eigentümer der Fluggesellschaft Air Berlin verkaufen ihre Firmenanteile kommende Woche auf dem Aktienmarkt. Jetzt liegt der Preisvorschlag für die Anteilsscheine auf dem Tisch.

Hamburg - Erste Richtgröße für Anleger: Die Fluggesellschaft Air Berlin bietet ihre Aktien in einer Preisspanne von 15 bis 17,50 Euro zum Kauf an. Nach geplantem Aktiensplit und anschließender Kapitalerhöhung werden 43,3 Millionen Aktien des Unternehmens zum Verkauf stehen. Somit hat der Börsengang einen Wert von 750 Millionen bis 875 Millionen Euro und ist der zweitgrößte in Deutschland in diesem Jahr nach dem Aktienmarktdebüt der Wacker Chemie . Air Berlin wird an der Börse 950 Millionen bis 1,1 Milliarden Euro wert sein.

Die Air-Berlin-Aktien können vom morgigen Freitag bis zum 4.Mai gezeichnet werden, am 5. mai sollen die Titel erstmals im Prime Standard der Börse in Frankfurt am Main gehandelt werden. Der Streubesitz von Air Berlin wird nach dem Börsengang bei voller Ausübung der Mehrzuteilung rund 79 Prozent betragen, die ehemaligen Besitzer der Firma verfügen anschließend noch über mehr als 13,5 Millionen Aktien des Unternehmens.

Deutschlands zweitgrößtes Luftfahrtunternehmen nach der Lufthansa  soll von den Einnahmen aus dem Börsengang 350 Millionen bis 400 Millionen Euro erhalten. Mit der Hälfte davon will das Management der Gesellschaft 60 neue Airbus-Flugzeuge bezahlen.

Air Berlin wurde 1978 von dem ehemaligen Panam-Piloten Kim Lundgren gegründet. Nach dem Einstieg des heutigen Vorstandschefs Joachim Hunold 1991 entwickelte sich das Unternehmen vor allem mit günstigen Flügen nach Spanien und anderen Mittelmeerzielen zu seiner jetzigen Größe. Profitabel ist es aber noch immer nicht. 2005 wies das Unternehmen 116 Millionen Euro Verlust aus. Dies ist nach Vorstandsangaben vor allem auf hohe Treibstoffkosten und die Umstellung der Bilanzierung auf internationale Standards zurückzuführen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.