US-Notenbank Bernanke beglückt die Börsianer

Der Chef der US-Notenbank (Fed), Ben Bernanke, hat die Märkte am Donnerstag auf eine Pause im Zinserhöhungszyklus vorbereitet. Die Aktienindizes in New York und Frankfurt konnten ihre Verluste zwischenzeitlich deutlich reduzieren. Der Euro zog zum Dollar kräftig an.

Washington/Frankfurt am Main - Hinweise auf eine Pause im aktuellen US-Zinserhöhungszyklus haben die Aktienmärkte am Donnerstagnachmittag zeitweise deutlich beflügelt. Binnen Kürze konnte der Dax  seine Verluste deutlich reduzieren. An der New Yorker Wall Street drehte der Dow Jones  vorübergehend in die Pluszone. Der Dax rutschte danach aber wieder deutlich ab.

Es sei durchaus möglich, dass die Zentralbank (Fed) bei künftigen Sitzungen die Zinsen nicht ändere und erst weitere Informationen zur Konjunkturlage abwarte, sagte Bernanke laut Redetext bei seiner Anhörung vor dem Kongress am Donnerstag. Die künftige Geldpolitik hänge zunehmend von der Entwicklung des Konjunkturausblicks ab. Es sei vernünftig anzunehmen, dass sich das US-Wachstum 2006 auf ein nachhaltigeres Niveau abschwächen werde. Die Fed müsse aber weiter wachsam sein, was Inflationsgefahren angehe.

Kurz nach der Nachricht zeigte der Chart des Dax  steil nach oben. Hatte der deutsche Leitindex zuvor noch mit 1,3 Prozent in der Verlustzone gestanden, konnte er die Abschläge zwischenzeitlich auf 0,3 Prozent reduzieren, notierte zum Börsenschluss mit 0,6 Prozent oder 6068 Zählern in der Verlustzone. Das Tagestief markierte bei 6021 Zählern, das Tageshoch lag bei 6113 Punkten.

In New York drehte der Der Dow Jones  sogar mit 0,21 Prozent auf 11.377 Zähler ins Plus, rutschte dann aber wieder leicht in die Verlustzone.

Die US-Notenbank hatte die Leitzinsen im März zum 15. Mal in Folge um 25 Basispunkte auf 4,75 Prozent angehoben. Das nächste Treffen findet am 10. Mai statt. Die Inflation müsse streng im Auge behalten werden, sagte Bernanke. "Das Risiko besteht, dass wachsende Nachfrage es Firmen erlaubt, einen größeren Teil ihrer steigenden Kosten weiterzugeben", sagte Bernanke.

Er bestätigte die schon geäußerte Erwartung der Notenbank, dass die robuste Konjunktur im Laufe des Jahres leicht abkühlt. Die erste Schätzung für das erste Quartal wird am Freitag erwartet. Im vierten Quartal vergangenen Jahres wuchs die US-Wirtschaft mit nur 1,1 Prozent Jahresrate, im Gesamtjahr 2005 um 3,5 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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