Erstes Quartal DaimlerChrysler enttäuscht die Börse

Halbierter Betriebsgewinn bei Chrysler, enttäuschende Zahlen auch von der Mercedes-Gruppe - an der Börse kommen die jüngsten Zahlen des Autobauers schlecht an. Anleger ziehen die Reißleine und schicken die Aktie in den Dax-Keller.

Stuttgart - Der deutsch-amerikanische Autobauer DaimlerChrysler  hat im ersten Quartal erneut unter den hohen Sanierungskosten für die Kleinwagenmarke Smart gelitten und nur einen geringen Gewinnzuwachs verbucht. Bei der US-Tochter Chrysler halbierte sich der Betriebsgewinn. Der Verlust der Mercedes-Sparte fiel höher aus als von Analysten erwartet. Die Börse reagierte enttäuscht.

Nach Steuern sei der Konzerngewinn auf 299 von 288 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum gestiegen, teilte der Konzern am Donnerstag in Stuttgart mit. Damit wurden die Erwartungen der von Reuters befragten Analysten weit verfehlt, die im Schnitt mit einem Überschuss von 344 Millionen Euro gerechnet hatten.

Der Umsatz stieg hingegen mit plus 17 Prozent auf 37,2 Milliarden Euro dank Absatzzuwächsen bei der Mercedes-Pkw-Gruppe und einem hohen Umsatzplus bei der Chrysler-Gruppe unerwartet kräftig.

An der Börse gaben die Aktien von DaimlerChrysler  nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen deutlich um knapp 5 Prozent auf 44,43 Euro nach. Während einige Analysten den Kursrückgang als überzogen bewerteten, sagte Analyst Adam Jonas von Morgan Stanley, die Mercedes-Gruppe habe die Erwartungen enttäuscht. Bei der bisher unter Qualitätsproblemen und Überkapazitäten leidenden Mercedes-Gruppe mit den Marken Mercedes-Benz, Smart und Maybach habe die Börse auf positive Überraschungen gehofft.

Mercedes-Gruppe deutlich in der Verlustzone

Trotz eines Absatzzuwachses von mehr als 12 Prozent auf 295.000 Fahrzeuge in den Monaten Januar bis März verbuchte die Mercedes-Gruppe einen operativen Verlust in Höhe von 678 Millionen Euro nach einem Minus von knapp einer Milliarde Euro vor Jahresfrist. Für die Sanierung von Smart gab DaimlerChrysler erneut knapp eine Milliarde Euro aus, da das viersitzige Modell eingestellt werden soll. Die geplante Reduzierung der Mercedes-Benz-Belegschaft kostete weitere 203 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt bei Mercedes mit einem operativen Verlust von 532 Millionen Euro gerechnet.

Bei der US-Pkw-Gruppe Chrysler und der Nutzfahrzeug-Sparte verzeichnete DaimlerChrysler im Vergleich zum Vorjahr einen rückläufigen Betriebsgewinn. Bei Chrysler fiel der operative Gewinn trotz eines Absatzwachstums von 4 Prozent auf 119 Millionen Euro von 252 Millionen Euro im Vorjahr. Die Nutzfahrzeug-Sparte konnte mit 426 Millionen Euro nicht an ihr Vorjahresergebnis anknüpfen. 2005 hatte DaimlerChrysler vom ehemaligen Partner Mitsubishi Motors Schadenersatz für Fahrzeugmängel in Höhe von 276 Millionen Euro erhalten.

reuters

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